Die Stadt Herborn beabsichtigt den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) am Bahnhof in Herborn.
In diesem Zuge sollen der Bahnhofsvorplatz und die "Augustastraße" ebenfalls erneuert bzw. umgestaltet werden.
Die Maßnahmen sind Teil eines Gesamtkonzeptes welches noch einen großen P+R Parkplatz im Bereich der stillgelegten Gleisanlagen im östlichen Teil des Bahnhofes vorsieht.
Es ist geplant, die Baumaßnahme in 2 Bauabschnitten durchzuführen.
Da der Linienverkehr der Busse weiter aufrecht erhalten werden muss und der jetzige Busbahnhof auf dem geplanten P+R Parkplatz des 2. Bauabschnittes liegt, ist der Bauablauf nicht anders zu bewältigen.
Im
1. Bauabschnitt soll der neu zu errichtende ZOB, der Bahnhofsvorplatz und der südliche Teil der "Augustastraße" gebaut werden.
Der ZOB gliedert sich in zwei Teile. Er besteht aus einer großen Mittelinsel mit 8 in Sägezahnaufstellung ausgeführten Haltestellen und einem entlang der "Augustastraße" angeordneten Haltestellenbereich für 2 Gelenkbusse.
Der Vorteil der Sägezahnaufstellung ist, dass die Busse beim Anfahren
sehr dicht an die Bussteigkante heranfahren können (Spaltmaß) und somit
ein bequemes Ein- und Aussteigen ermöglichen.
Die Mittelinsel ist so ausgelegt, dass sie von 7 Solobusse und einem Gelenkbus gleichzeitig angefahren werden kann.
Des Weiteren werden sowohl die Mittelinsel als auch die Wartebereiche der Gelenkbusse mit Sonderbordsteinen (h=18 cm) versehen, die ebenfalls der Bequemlichkeit beim Ein- und Aussteigen dienen.
Jede Haltestelle wird mit einer Wartehalle (1,5m x 4,5m), einem Schild
mit Bahnsteignummer und Fahrplan sowie einem Papierkorb ausgestattet.
Als
schnelle und übersichtliche Information wird zwischen Bahnhof und ZOB
eine elektronische DFI-Anzeige (Dynamische Fahrgastinformation)
angebracht, die jederzeit die anstehenden tatsächlichen Abfahrtzeiten
sowohl der Busse als auch der Bahn anzeigt.
Im gesamten Bereich des 1. und 2. Bauabschnittes werden an Kreuzungen bzw. Überquerungen die Bordsteine bis auf eine Höhe von max. 3 cm abgesenkt um Behinderten ein barrierefreies Erreichen der einzelnen Bussteige zu ermöglichen.
Es ist außerdem vorgesehen den Bereich vom Bahnhof bis zu den einzelnen
Haltestellen mit Blindenleitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern zu
versehen um auch Sehbehinderten die Möglichkeit zu geben, sich
selbstständig in diesem Bereich zu bewegen.
Als Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Gehwegen sollen Bord- und
Rinnenanlagen angelegt werden, über die auch die Entwässerung in den
öffentlichen Mischwasserkanal erfolgt.
Die Querneigungen der Haltestellen betragen 2,5 %, das Längsgefälle der gesamten Anlage liegt zwischen 1% und 4%.
Rampen,
die zur Überwindung von Höhenunterschieden angelegt werden müssen,
werden mit einer Längsneigung von max. 6% ausgestattet.
Die Gehwege und Bussteige werden mit Betonsteinpflaster angelegt.
Der Bahnhofsvorplatz soll mit Natursteinpflaster versehen werden, da
sich in seinem Mittelpunkt eine denkmalgeschützte Treppenanlage
befindet.
Der gesamte Bereich soll mit kleineren Grünanlagen aufgelockert werden.
Alle Fahrbahnen erhalten eine Asphaltoberfläche.
Die Beleuchtung erfolgt entlang der "Augustastraße" und im Bereich des ZOB sowohl auf der Mittelinsel (2 Lampen) als auch an der Seite.
Im nördlichen Bereich des Bahnhofsvorplatzes werden Haltebuchten für Taxi und K+R Parkplätze angelegt.
Im östlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes wird ein B+R Platz mit 24 Fahrradabstellmöglichkeiten gebaut.
Für die Busse besteht östlich des ZOB die Möglichkeit zum Pausieren zwischen den Fahrten.
Insgesamt wird der ZOB in Zukunft von 12 Linien mit ca. 1.500 Fahrgästen pro Tag angefahren.
Laut DB-Publikationen liegt der Fahrgastbereich für die Bahn zwischen 2.000 und 2.500.
Im
2. Bauabschnitt wird dann der nördliche Teil der "Augustastraße" ausgebaut und der alte Busbahnhof in P+R Parkplätze umgebaut.
An der "Augustastraße" befindet sich noch ein städtischer Parkplatz der in diesem Zuge ebenfalls erneuert wird.
Mit dem Bau des P+R Parkplatzes entstehen 37 Parkplätze.
Die neuen P+R Parkplätze sowie die Gehwege werden mit Betonpflaster ausgelegt und die Fahrbahnen ebenfalls asphaltiert.
Von den Versorgungsträgern werden lediglich der Abwasserverband Mittlere Dill und der Stromversorger Eon Teile ihres Netzes erneuern.
Die Kostenschätzung beläuft sich auf ca. 1.7 Mio. €.
Bestand
Planung

Lageplan

Mai 2012Am Mittwoch den 02. Mai 2012 wird mit den Bauarbeiten des neuen
Zentralen Omnibusbahnhofes in Herborn begonnen.
In der 1. Bauphase werden die schadhaften Kanäle des Abwasserverbandes
Mittlere Dill von der Kreuzung "Walther-Rathenau-Straße / Augustastraße" bis zur
Kreuzung "Augustastraße / Querstraße" in Teilabschnitten erneuert bzw.
verlegt.
Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird mit dem eigentlichen Bau des
Omnibusbahnhofes begonnen.