Nachbetrachtung Europafest Herborn
Das erste Europafest in Herborn mit allen Partnerstädten und Vertretern von deren Partnerstädten war ein großer Erfolg. Anlass waren die langjährigen Partnerschaften mit Pertuis in Frankreich (40 Jahre), Schönbach in Österreich (20 Jahre) und Ilawa in Polen (10 Jahre). Beim offiziellen Festakt des Europafestes (13.06.2009) in der Herborner Konferenzhalle wurde der Stadt Herborn von Frau Gatterer, Mitglied des Europarats, die Ehrenfahne des Europarats verliehen und eine Festrede der Schirmherrin Frau Nicola Beer, Staatssekretärin aus Hessen, gehalten. Eine Präsentation der Gemeinsamkeiten der teilnehmenden Städte, Diskussionen der Teilnehmer und Erfahrungsaustausch des Erlebens der Städtepartnerschaften waren Bestandteil der Feierlichkeiten, ebenso musikalische Beiträge durch den Musikverein Herborn-Seelbach und den polnischen Chor Camerata. Auch Trachtengruppen aus den Partnerstädten und Grußworte der anwesenden Bürgermeister waren Bestandteil des Festprogramms. Bei der feierlichen Zeremonie wurden Urkunden zur Fortführung und Aufrechterhaltung der Freundschaften und Partnerschaften von den Vertretern der teilnehmenden Städte unterzeichnet.
Zwischen den Bürgern von Herborn und der Gäste gab es vielfältige Begegnungen am Sonntag auf dem Marktplatz, wo ein ansprechendes Programm durch Herborner Gruppen (Musikverein, Chor Jugendfreunde) und Gruppen der Gäste (Schönbach-Österreicher Trachtenkapelle, polnischer Chor Camerata) geboten wurde. Beim europäischen Markt in Herborn waren Produkte aus der Provence und dem österreichischen Weinviertel zu finden. Die Gastronomen von Herborn boten Spezialitäten aus Europa. Die Herborner Bürger und Vereine beteiligten sich rege an dem großen multinationalen Treffen auf dem Marktplatz.Während der Feier am 14.06.09 auf dem Marktplatz wurden Bürger, die sich um die Erhaltung der Städtepartnerschaften und der gegenseitigen Völkerverständigung besonders verdient gemacht haben, öffentlich geehrt. Hierdurch wurde auch deutlich gemacht, dass Städtepartnerschaften durch die Bürger und nicht durch die Verwaltungen mit Leben gefüllt werden.Auch die Jugend war eingebunden, z.B. durch die Mithilfe beim gastronomischen Angebot durch Vereine (TV 1846 Herborn e.V., Feuerwehr etc.) am Sonntag. Zur Zeit des Festes fand eine Bilderausstellung des Kunstgrundkurses (12. Klasse) des Johanneum Gymnasiums im Rathaus und in der Sparkasse statt unter dem Thema „Herborn verbindet – Europafest in Herborn“. Des weiteren gab es einen Europa-Rock-Abend für die Jugend im Herborner Haus der Jugend (13.06.2009). Beides war hervorragend geeignet, auch bei den Jugendlichen den europäischen Gedanken zu verfestigen.Gut kam das kulturelle Rahmenprogramm bei den Gästen an, das am Freitag, 12.06., durchgeführt wurde. Die Städte Köln (polnische Delegation mit Gästen aus deren Partnerstädten), Frankfurt a. M. (Delegation aus Guntersdorf, Österreich), der Hessenpark (französische Delegation und Gäste aus deren Partnerstädten) und eine gemeinsame Rheinschiffahrt im Anschluss (französische und polnische Delegation mit deren Partnerstädten gemeinsam) standen auf dem Programm. Der polnische Chor Camerata hatte am gleichen Tag ein Engagement in der Frankfurter Budge-Stiftung. Hier wurde ein Konzert für die Heimbewohner (viele polnische Muttersprachler) veranstaltet. Seit nunmehr fast acht Jahrzehnten betreut die Budge-Stiftung entsprechend dem Auftrag des Stifterehepaares ältere, Unterstützung benötigende Menschen jüdischen und christlichen Glaubens.Insgesamt wurden beim Herborner Europafest Menschen aus den lokalen Gemeinschaften verschiedener europäischer Länder, aus verschiedenen Kulturen, Berufen und verschiedenen Altersgruppen zusammen gebracht. Das Programm bot Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und den Gedanken eines in freundschaftlicher Verbindung sich annähernden Europas in das eigene Bewußtsein zu integrieren. Viele Gäste waren zum ersten Mal in Herborn, manche zum ersten Mal in Deutschland überhaupt. Auch dies war eine gute Möglichkeit, Grenzen zu überwinden!Diese Veranstaltung wurde durch die EACEA - Europa für Bürgerinnen und Bürger - unterstützt.