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Die Geschichte der Stadtbücherei Herborn

Ansicht des Gebäudes Mühlgasse 11 bis 15

Die erste öffentliche Bibliothek im modernen Sinne wurde 1849 von dem damals neu gegründeten "Herborner Volksleseverein" eingerichtet.

Der Büchereiraum befand sich in der Stadtschule am Schulberg (sog. "Gelbes Häuschen", abgebrochen 1978). Leiter der Bücherei war ein von der Stadt besoldeter Lehrer namens Ohlenburger. Die Stadt kam auch für die Beleuchtung und die Reinigung der Bücherei auf.

Der erste Bücherstock bestand aus Schenkungen. Der Verein konnte dazu Neuerwerbungen von akueller Literatur aus Mitgliedsbeiträgen und Lesegebühren finanzieren.

Bücher mit Inventarstempeln "Herborner Volksleseverein" sind noch im Museum vorhanden. Der Volksleseverein löste sich nach wenigen Jahren auf. Die Betreuung seines Bücherbestandes übernahmen danach andere Vereine.

Inwieweit durch diese Regelung auf Dauer eine öffentliche Buchausleihe im echten Sinne gewährleistet blieb, ist unbekannt.

Um 1930 konnte die öffentliche Buchausleihe auch in Herborn nur noch durch die "Wanderbücherei" der Nassauischen Landesbibliothek Wiesbaden aufrecht erhalten werden. Diese große Bibliothek organisierte einen Kreislauf von Bücherkisten in ihrem Sprengel, aus denen die Ausleihe in den Schulen erfolgte.

Zur Zeit der Hitler-Diktatur wurde in Herborn eine Stadtbücherei gegründet, die zu einem Netz neuer öffentlicher Büchereien zählte. Wie die Buchbestände zeigten, war es Aufgabe dieses Büchereisystems, die Ideologie des Regimes zu verbreiten.

Nach dem Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft 1945 musste die Stadtbücherei daher neu aufgebaut werden.

Die Bücher waren zunächst, wie 1849, im "Gelben Häuschen" untergebracht.

In den 1960er Jahren zog die kleine Einrichtung in das Gebäude der "Präparandenanstalt" (heute Gelände der Diesterweg-Schule) am Hintersand.

Dort wurde die Stadtbücherei zu einer hessischen "Musterbücherei" ausgebaut. 1966 zählte sie 3.000 Bände. Ihre Leitung lag seit dem Neuanfang bis Januar 1979 nebenamtlich in den Händen von Kreisbibliothekar Helmut Keiner, Nachfolger ist seitdem Rüdiger Störkel.

1970 zog die Stadtbücherei Herborn in einen größeren Raum im renovierten Kollegbau der Hohen Schule in der Schulhofstrasse, im Zentrum der Altstadt.

Die schrittweise Bestandsvergrößerung der Bibliothek und die Raumnot des im gleichen Gebäude untergebrachten Museums veranlassten die Stadt, neue Räume im Modernisierungsobjekt Mühlgasse 11-15 zu schaffen, die 1990 bezogen werden konnten.

Ansicht des Gebäudes Mühlgasse 7/9

An diesem Standort konnte die Bibliothek 2001/02 durch Einbeziehung der beiden unteren Geschosse des ebenfalls modernisierten Doppelhauses Mühlgasse 7/9 vergrößert werden. Die neuen Räume nahmen die Kinder- und Jugendabteilung auf.

Verbunden mit dieser Erweiterung war eine Umstellung der Arbeitsverfahren auf EDV und die Anschaffung neuer Medien, vor allem von Hörbüchern.

2014 wurde die Bücherei wiederum um zwei Gebäude im Breiten Winkel erweitert. In diesen modern eingerichteten Räumen sind die Krimiabteilung und im Obergeschoss weitere Sachbücher untergebracht. Außerdem bietet sich im Erdgeschoss die Möglichkeit, Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen durchzuführen.

Heute bietet die Stadtbücherei Herborn rund 23.000 Medien an. Regelmäßige kleine Ausstellungen und der Katalog im Internet informieren das Publikum über die Bestände.