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Mit Herzblut und Stallgeruch - Britta Löbig ist Nachfolgerin von Wolfgang Rades im Vogel- und NaturschutzTierpark

Britta Löbig freut sich auf ihre neue Aufgabe, aber Chica muss von Wolfgang Rades Abschied nehmen. Bürgermeister Benner ist dennoch zufrieden. Foto: v. Prosch

Mindestens zwei im Vogel- und NaturschutzTierpark sind traurig: Das Molukkenkakadu-Mädchen Chica und Wolfgang Rades. Für die beiden heißt es Abschied nehmen. Denn Rades geht - mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er sagt - in den Loro Parque nach Teneriffa, in Chicas Heimatzoo. Schon am 15. Dezember beginnt seine Arbeit als Zoologischer Direktor eines der führenden Vogelparks der Welt mit 1,3 Millionen Besuchern jährlich. Das lachende Auge kann man sich angesichts des großen Entfaltungsfeldes, das ihn erwartet, vorstellen. Das weinende beschreibt er so: " Das ist hier ein wunderschöner Tierpark und Herborn eine herrliche Stadt. Es gibt noch viel Entwicklungspotential vor allem, weil der Park in die Natur eingebunden ist. Es war also keine Entscheidung gegen den Vogelpark sondern für die neue Aufgabe", betont er. Für die 400 Tiere, die Anlagen, die artengerechte Nachzucht, für die Zooschule und alles, was sich in Zukunft im Uckersdorfer Vogelpark tun wird, ist jetzt die Diplom-Biologin Britta Löbig als Geschäftsführerin und Parkleiterin zuständig. Löbig ist seit 2012 im Team und hat sehr viel Erfahrung mit den zoopädagogischen Angeboten.

Die Philosophie, Menschen für den Schutz der Umwelt zu sensibilisieren und ihnen die Tiere naturnah erlebbar zu machen, setzt sie fort. Als Nachfolgerin mit 'Stallgeruch' beschreibt sie Bürgermeister Hans Benner, der als Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen GmbH die kurzfristig zu treffende Entscheidung für Löbig mit betrieb. Wer Löbig im Umgang mit den Tieren kennengelernt hat, sei es bei den beliebten Kindergeburtstagen, den "NaturNah"-Fütterungen oder in der Fernsehsendung "Hallo Hessen" vom 16. November 2015, der weiß, dass sie mit Herzblut dabei ist. "Sie hat keine Angst, Tiere in die Hand zu nehmen, genauso wenig wie einen Akkuschrauber, denn beides ist bei uns notwendig", bestätigt Rades. Ihn beeindruckte, dass seine jetzt 34-jährige Nachfolgerin als Praktikantin auf die Fichte des Nachbarn kletterte, um einen jungen Ara herunterzuholen. Die tiergärtnerische Basisarbeit hat die Diplom-Biologin unter anderem im Frankfurter Zoo gelernt. Als Stadtverordnete in ihrer Heimatstadt Langen lernte sie die kommunalpolitische Arbeit kennen. Sie ist also gut gerüstet für die sanfte Erweiterung des Vogelparks, die, laut Bürgermeister, im Januar auf die Zielgerade geht. "Wir müssen behördliche Auflagen erfüllen, den Bedürfnissen von Tieren und Besuchern nachkommen und neue Erkenntnisse in der Tierhaltung umsetzen", betont Benner.

Löbig freut sich auch schon auf den Hessentag und die touristische Werbung, die dem Park damit zugute kommt. Schon jetzt ist er eine Attraktion für Jung und alt, zu jeder Jahreszeit und aus einem Umkreis weit über Hessen hinaus. In den vergangenen 14 Jahren, die Wolfgang Rades in Herborn war, hatten sich die Besucherzahlen bei rund 40.000 eingependelt. Ein Spitzenjahr war für ihn 2011, als die Erdmännchenanlage eröffnet wurde. Die Familie der putzigen Tierchen mehrt sich seitdem reichlich. Auch 2016 werden wieder Junge erwartet. Und im September 2016 wird das 50-jährige Bestehen des Vogel- und NaturschutzTierparks gefeiert. Chica, das Kakadu-Mädchen wird bis dann einen Partner haben. Ihr Menschenfreund Wolfgang Rades sucht ihn im Loro Parque selbst aus. So bleiben auch Teneriffa und Herborn verbunden. Info: Informationen zum Vogelpark gibt es im neuen Flyer und im Internet www.vogelpark-herborn.de. (v. Prosch)