Herborn knipst am 30. März zur WWF Earth Hour das Licht aus

Auf Wunsch der Stadtverordneten verdunkeln sich Ende März zum fünften Mal das Herborner Schloss, der Leonhardsturm und die Kirche in Burg. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte im Jahr 2014 für die Teilnahme an der Klimaschutzaktion der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Am Abend des 30. März versinken zur internationalen Earth Hour um 20:30 Uhr rund um den Globus Sehenswürdigkeiten wie auch ganze Straßenzüge für eine Stunde im Dunkeln.

Ziel der weltgrößten Klimaschutzaktion ist es, für aktives Handeln gegen den Klimawandel und das Artensterben bei Privatpersonen, Politikern und Unternehmen zu werben. Die Wiege der „Earth Hour - Stunde der Erde“ war schon 2007 Sydney, seither hat sich die Aktion zu einer globalen Bewegung entwickelt. Die WWF Earth Hour findet dieses Jahr zum dreizehnten Mal statt, in Deutschland wird sie seit einem Jahrzehnt gefeiert. 2018 beteiligten sich bundesweit über 400 Städte, weltweit blieben über 7000 Wahrzeichen in mehr als 180 Ländern im Dunkeln. Auch die Lichter weltberühmter Bauwerke, wie die des Eiffelturms, des Brandenburger Tors oder der Frankfurter Skyline, bleiben an diesem Samstagabend für eine Stunde aus.

Das Mitwirken an der Earth Hour ist als Sinnbild für aktives Handeln zum Klimaschutz in Herborn zu verstehen. „Zum aktiven Klimaschutz in Herborn tragen vielfältige Aktivitäten der Stadtverwaltung bei. Auch der Umbau städtischer Gebäude kann dem Klimaschutz dienen, hierfür wurden in jüngster Vergangenheit energiesparende Heizungsanlagen eingebaut oder Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Dächern errichtet, wie der Turnhalle in Schönbach und der Hörbacher Mehrzweckhalle. Ein Aktionsplan für Klimaschutz wurde im vergangenen Jahr erarbeitet und wird gegenwärtig von den politischen Gremien der Stadt beraten. Das zeigt, dass Klimaschutz für uns wichtig ist und in Zukunft noch wichtiger wird“, führt Bürgermeister Hans Benner aus.

Auch die Investitionen zur Renaturierung von Bachläufen, wie beispielsweise des Amdorfbaches, tragen zum Umweltschutz und der besseren Anpassung heimischer Arten an den Klimawandel bei. Beratungsangebote um Energiekosten einzusparen, finden Herborner Bürgerinnen und Bürger bei den Stadtwerken und der Verbraucherberatung in der Stadtbücherei. Auch die Beteiligung der Stadtwerke an der Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH sei als Investition für den Ausbau von erneuerbaren Energien in der Region anzusehen, macht der Rathaus-Chef deutlich. Ökologisches Bewusstsein stellt die Stadt Herborn auf vielfältige Weise unter Beweis: Die Straßenleuchten im gesamten Stadtgebiet wie auch die Giebelbeleuchtung der historischen Altstadt wurde auf die sparsame LED-Technik oder NAV-Leuchten (Natriumdampf-Leuchten) umgerüstet. Damit lassen sich bis zu 70 Prozent der bisherigen Energiekosten im Bereich Straßenbeleuchtung einsparen. Zwei Jahre konnte ein emissionsarmes Elektro-Fahrzeug als Dienstwagen der Stadt erprobt werden, dabei stammt der verwendete Strom aus regenerativen Quellen (vorwiegend Wasserkraft).

Zum dritten Mal beteiligt sich Herborn vom 23. Juni bis 13. Juli beim STADTRADELN, einer Aktion des Klimabündnisses, die die Nutzung des Fahrrads als Transportvehikel in den Fokus rückt. Für Radfahrer und Nutzer von E-Bikes stehen am Bahnhof Herborn abschließbare Fahrradboxen mit Ladestation bereit.
Mit einfachen Tricks kann jeder ganz effektiv Energie sparen und zum Klimaschutz beitragen: Ein erster Schritt ist immer die eigene Bequemlichkeit zu überwinden und „falsche“ Gewohnheiten abzulegen. Denkanstöße zum Ändern von klimaschädlichem Verhalten sind auf der deutschsprachigen Homepage zu Earth Hour  www.wwf.de/earthhour zu finden, oder in englischer Sprache auf www.earthhour.org.

Am 30. März setzt Herborn wieder ein ins Auge stechendes Zeichen für mehr Umwelt- und Klimaschutz. „Die WWF Earth Hour verstehe ich als eine symbolische Aktion, die zum Umdenken anregen will. Damit wollen wir auch an unsere Bürgerinnen und Bürger oder ansässige Unternehmen appellieren sich aktiv und lokal für den Klimaschutz einzusetzen, denn jeder profitiert von diesem Engagement“, verdeutlicht Bürgermeister Hans Benner. Einmaliges Lichter ausknipsen reicht nicht zur Minderung des Klimawandels: Klimaschutz hat weit mehr Facetten als Stromsparen und kann an 365 Tagen im Jahr gelebt werden. (dg)