Nachruf: Der ehemalige Bürgermeister und Herborns Ehrenbürger Bernd Sonnhoff lebt nicht mehr

Sein Tod mit 79 Jahren, am 8. März, hat die Menschen unserer Stadt, die politischen Gremien, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus sehr bestürzt. Hans Benner sein Nachfolger im Amt, und Sonnhoff freundschaftlich verbunden, der mit dem verstorbenen über Jahrzehnte in Herborns Politik tätig war, beschreibt Sonnhoff, als Herborner und Europäer zugleich, der sich stets uneigennützig voller Enthusiasmus für das Gemeinwohl eingesetzt habe.

 

Bernd Sonnhoff sei immer auf die Menschen zugegangen und habe sich deren Respekt durch seine sympathische und besonnene Art verdient. Stadtverordnetenvorsteher J. Michael Müller erinnert an Sonnhoffs Verdienste um die Stadtentwicklung Herborns. Bernd Sonnhoff habe verstanden, dass Gemeinsinn, Gemeinwohl und gemeinschaftliches Leben in Herborn verknüpft werden mussten.  

Benner und Müller erinnern an das unüberschaubare Spektrum dessen, was der lebensfrohe Kasseler Christdemokrat und Wahl-Seelbacher in der Kommunalpolitik, für seine Stadt und überdies aktiv auf den Weg gebracht hat. „Er hat die Entwicklung der Stadt Herborn maßgeblich beeinflusst und bewiesen, dass ihm die Interessen der Stadt mehr bedeuteten als seine eigenen Belange“, sagen sie, die mehrere Jahrzehnte mit dem gebürtigen Kasseler kommunalpolitisch arbeiteten.

Vor seiner Amtszeit als Bürgermeister war Bernd Sonnhoff seit 1972 bereits Stadtverordneter der Stadt Kassel wie auch in der CDU-Fraktion der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen aktiv. Als sichtbarstes Zeichen seiner 24-jährigen Amtszeit (1977 bis 2001) hat Bernd Sonnhoff auf das Sanieren der Herborner Altstadt hingewirkt. Gegen einigen Widerstand setzte Bernd Sonnhoff die autofreie Fußgängerzone durch, die auch heute viele Besucher nach Herborn lockt. Seinem Einsatz und der Bereitschaft Neues zu schaffen, ist es zu verdanken, dass Herborn heute zu den schönsten Fachwerkstädten Deutschlands zählt. Seit 1981 war Sonnhoff auch Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Historischer Fachwerkstädte. Im selben Jahr wird er Präsidiumsmitglied des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, dessen Präsident und Vizepräsident er seit 1993 war. Parallel war er ab 1994 bis zum Ende seiner Amtszeit auch im Präsidium des Deutschen Städte- und Gemeindebundes tätig.

Mit seinem Wirken kämpfte er nicht nur um den Erhalt von Kulturdenkmalen. Bernd Sonnhoff beförderte den Ansatz moderner Denkmalpflege, nach dem Stadt- und Dorferneuerung stets das Identitätsstiftende von Baudenkmälern in den Blick nehmen soll. Er war auch unter den engagiertesten Verfechtern das Theologische Seminar als Nachfolgeeinrichtung der reformierten Hohen Schule in Herborn zu erhalten.
Sonnhoff hatte auch Krisen in seiner Amtszeit zu bewältigen. Hier hat er sich als verantwortungsvoller Krisenmanager erwiesen– beim Hochwasser von 1984 und dem Tanklastzugunglück im Jahr 1987.

Bernd Sonnhoff war ein lebensfroher und feinfühliger Mensch, dem es gelang diese Lebensfreude zum Markenzeichen Herborns werden zu lassen und die Stadt mit wechselnden Veranstaltungen über die Grenzen der Region bekannt zu machen. Als überzeugter Europäer und Botschafter der Stadt förderte der Verstorbene mit besonderer Leidenschaft die partnerschaftlichen Beziehungen vor allem zu Pertuis in Südfrankreich aber auch den weiteren Partnerstädten, wie dem niederösterreichischen Gemeinden Guntersdorf und Schönbach. Auch baute er eine weitere Partnerschaft zur polnischen Stadt Ilawa auf.

Für die Herborner Kommunalpolitiker war es deshalb, so erinnern Benner und Müller, ein Herzensbedürfnis Bernd Sonnhoff ob seiner Verdienste die höchste Würde der Stadt die Ehrenbürgerschaft anzutragen. Er hat diese ihm am 23. März 2006 verliehene Auszeichnung mit Stolz getragen und unserer Stadt Ehre bereitet.