• Flagge Deutschland
  • Flagge English
  • Flagge Français
Seitenübersicht  |  WebCam  |  Notdienste  |  Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz

Burg

Gemarkungskarte von Burg

Einst kaum größer als Amdorf entwickelte sich Burg im 19. und 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Industriestandort. Der alter Ortskern, nassauisches Hofgut und Mühle lagen ausschließlich an der „Amroff“, heute dehnt sich der Ort in drei Täler.

Die zufällige urkundliche Erwähnung 1263 bezieht sich auf den gleichnamigen Ortsadel. Der Name Burg ist von einer großen frühmittelalterlichen Burganlage auf dem Breiten Berg herzuleiten. Die gewaltige Anlage wird als militärische Ergänzung der kirchlichen und weltlichen Zentralfunktionen Herborns gedeutet. Sie wurde frühzeitig aufgegeben und verfiel.

Als älteste Siedlungsspur in Burg gilt ein Kriegergrab der Merowingerzeit.

Burg hatte einen eigenen Jahrmarkt, der auf das Kirchweihfest der Kapelle fiel und Mitte des 16. Jahrhunderts nach Herborn verlegt wurde.

Der Aufschwung des kleinen Dorfes setzte mit der Gründung eines Hütten- und Hammerwerkes zwischen der Dill und der Leipziger Chaussee (heute B 255) um 1818 ein. Die „Burger Eisenwerke“ gehörten lange zu den führenden deutschen Unternehmen im Eisenguss, vor allem im Öfen- und Herdebau. Bis 1898 wurde sogar auf der Basis des exzellenten heimischen Eisensteins und reinster Holzkohle direkt aus dem Hochofen gegossen.

Das große Industriegelände der einst legendären Marke „Juno“ wird heute von einer Anzahl kleinerer Firmen genutzt, wodurch der Charakter Burgs als Gewerbe- und Industriestandort erhalten blieb.

 

Während die im Kern mittelalterliche Kapelle auf dem Sporn des Breiten Berges über der Dill ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Burg ist, muss man andere Kulturdenkmäler suchen. Oberhalb der Kapelle findet man „Am Türmchen“ die Reste der erwähnten Burg, im „Ambachtal“ das Mühlenanwesen, in der Hauptstrasse das Rathaus mit der sehenswerten Öfen- und Herdeausstellung des Heimatvereins. Im Aartal sind der ehem. Bahnhof und das gegenüberliegende Schlafhaus für Hüttenarbeiter („Menage“) zu erwähnen.

Mit den Seelbachern verbindet die Burger eine herzliche „Freundschaft“. Es mag sein, dass ihre Nachbarn deshalb auf den Gedanken kamen, Erstere als „Katzen“, letztere als „Mäuse“ zu bezeichnen.