• Flagge Deutschland
  • Flagge English
  • Flagge Français
Seitenübersicht  |  WebCam  |  Notdienste  |  Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz

Herborn

Gemarkungskarte von Herborn

Die Kernstadt ist der alte Zentralort eines Landstreifens, der vom Hohen Westerwald bis zum Gladenbacher Bergland reicht und im Norden vom Einzugsbereich von Haiger und Dillenburg, im Süden vom Raum um Wetzlar begrenzt wird.

In Urkunden erscheint Herborn zwar erst 1048, jedoch deutet der Name (Herbore, mundartlich Herwen) auf vorgermanische Ursprünge. Als Markt- und Brückenort ist Herborn schon im 13. Jahrhundert Zollstation und Sitz eines Kaufhauses (Markthalle) gewesen.

Die Verkehrsorientierung der Stadt findet sich in der jeweils zeitgemäßen Form durch die Jahrhunderte wieder: Chausseekreuzung, Bahnknoten, Autobahnanschlüsse. Damals wie heute war Herborn die Einkaufsstadt für das Umland oder, im sprichwörtlich verbreiteten Stoßseufzer eines Westerwälders, der „Geldschlund“, wo man die sauer verdienten Groschen ausgab. Herborn war immer auch Gewerbestadt. Jahrhundertelang dominierten die Woll- und Ledergewerbe. Zur Zeit der Industriellen Revolution wurde die Stadt Sitz der Metallindustrie und ist es noch heute.

Für das Umland war Herborn jedoch nicht nur Marktort, sondern auch Zentrum von Seelsorge und Schulbildung. Exponenten – jedoch nicht einzige Vertreter dieses Ranges der Stadt, sind die Hohe Schule, die hier von 1584 – 1817 bestand und das Johanneum Gymnasium, das 1956 gegründet wurde. Herborn hat noch städtisches Brauchtum, so das Silvesterwürfeln und die Backspezialitäten Fastenbrezel und Schlumpeweck. Die Jahrmärkte sind bekannt, besonders der Martinimarkt zieht Händler und Käufer in Massen.

Rätselhaft bleibt die Bezeichnung „Herborner Bären“ und „Bärenstadt“. Zwei Erklärungen sind möglich. Eine historische setzt den Spitznamen mit der Studentensprache aus der Zeit der Hohen Schule in Verbindung, als „Bären“ die Schulden waren, die der Student bei den Bürgern (den „Philistern“) hatte, die andere bezieht sich auf einen Vorfall um die Mitte des 20. Jahrhunderts, als ein Herborner mit dem Tanzbären eines Schaustellers rang und entweder siegte, weil er Herborner Bier getrunken hatte, oder verlor und rief: „Ei duht mer des Däier vom Leib, des zerdrickt mir die Zigarrn im Kammisohl“. Jedenfalls war er danach als „Bär“ bekannt (...).