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Hörbach

Gemarkungskarte von Hörbach

In Gunstlage auf einer Hangterasse über der Aue des unteren Rehbachtals gelegen, gehört Hörbach zwar der Namensbildung nach zur frühmittelalterlichen, fränkischen Besiedlung ist aber sicher älter. Die Hörbacher Gemarkung weist ähnlich alte Siedlungsspuren auf, wie die Herborner, auch hier kann spätestens für die Keltenzeit eine Siedlung vermutet werden.

In der Gemarkung liegen das jetzt abgebaute Basaltvorkommen des Steinringsbergs und alte Eisenerzgruben, von denen die letzte 1934 eingestellt wurde. Der Steinringsberg war ursprünglich der nassauische Forst „Steinerner Berg“, der seinen heutigen Namen von einem legendären Steinkreis erhalten hat, der früher nicht weit davon gut erkennbar war.

Das mittelalterliche Hörbach hatte noch zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1287 zwei Kerne: Ober- und Nieder-Hörbach. Der steinerne Chorturm der Kirche ist in spätromanischem Stil um 1240 erbaut worden, sein spätgotischer Turmhelm um 1461. Der Zehnte in Hörbach stand der Herborner Pfarrei zu, die Beilegung des Streites darüber zwischen dem Deutschen Orden und den Grafen v. Nassau war Anlass für die zitierte erste Erwähnung des Dorfes im Jahre 1287.

Hörbach erlebte in seiner Geschichte mehrere schwere Brände. Der Wiederaufbau nach den besonders großen von 1746 und 1893 hat das Ortsbild nachhaltig geprägt. Die Bebauungsplanung nach der Katastrophe von 1746 war die erste rationalistische in Oranien-Nassau. Die Anlage von streng geometrischen Gebäudezeilen ist z. T. noch erkennbar. Sie entsprach freilich nicht den tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnissen im Dorf und wurde daher allmählich verändert.

Hörbach hatte im 19. Jahrhundert eine Oberschicht reicher Bauern, die vom „Goldmüller“ angeführt wurde, der sogar der Stadt Herborn und einigen dortigen Fabrikherren Geld lieh. Die moderne Zeit ist von der Entstehung eines auf die Autobahn bezogenen, großzügigen Gewerbegebietes im Osten der Gemarkung geprägt. Südlich der Ortslage blieben zwei Mühlenanwesen, „Andreasmühle“ und „Klaasemühle“ erhalten, von denen die erste seit dem Mittelalter besteht.