Iława (Polen)

Eine Aufnahme des Rathauses in Ilawa

Die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Iława ist die jüngste unserer Partnerschaften. Erst seit April 1998 besteht diese Partnerschaft offiziell. Ebenso wie bei der Partnerschaft mit Pertuis, ging auch hier die Schulpartnerschaft des Herborner Johanneum Gymnasiums mit dem Lyceum der Stadt Iława der Städtepartnerschaft voraus. Als seitens der Stadt Iława der Wunsch geäußert wurde, aufgrund der guten Erfahrungen, die man mit der Schulpartnerschaft gemacht hatte, eine Städtepartnerschaft zu gründen und auch die Stadt Herborn diesem Vorschlag positiv gegenüberstand, machte sich im Oktober 1997 eine kleine Delegation, bestehend aus Vertretern städtischer Gremien und der Stadtverwaltung, erstmals auf den Weg nach Polen, um vor Ort festzustellen, ob Iława als Partnerstadt in Frage käme.

Die überaus positiven Erfahrungen, die in Iława gemacht wurden und die entsprechenden Berichte der Delegationsmitglieder mündeten im April 1998 schließlich in dem einstimmigen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, eine offizielle Partnerschaft mit Iława einzugehen. Vorrangiges Ziel beider Städte soll sein, die Jugend einander näher zu bringen, um somit mitzuhelfen Vorurteile abzubauen und aktiv an der Versöhnung der beiden Länder mitzuwirken.

Iława, zu deutsch: Eylau, 33.000 Einwohner, liegt am südlichen Ufer des Jeziorak-Sees (Geserichsee), im westlichen Teil der masurischen Seenplatte. Der Jeziorak-See ist der längste See Polens mit einer Länge von 27 km. In dem See liegen insgesamt 16 Inseln, von denen eine die größte Binneninsel Europas ist. Die durch Gletscher geformte Landschaft der Eylauer Seenplatte ist sehr abwechslungsreich. In dieser Gegend sind zahlreiche Naturschutzgebiete entstanden, die z. B. die Moore, Wasservogelbrutstätten oder den Baumbestand schützen sollen. Diese Gebiete sind auch international anerkannt und als wertvolle Teile der "grünen Lungen von Polen" von großer Bedeutung. In Iława liegt für den Erholungssuchenden alles in greifbarer Nähe: große Waldflächen und Gewässer, die reich sind an Wild, Vögeln und Fischarten.

Die Lage von Iława gibt den Einwohnern und Besuchern die Möglichkeit, Wassersport zu betreiben, weshalb sich schon in den zwanziger Jahren Tourismus - mit Urlauberschiffen, zahlreichen Restaurants und Cafés - entfaltet hat. Der zweite Weltkrieg sorgte jedoch für eine Unterbrechung dieser Entwicklung. Während der letzten Kriegshandlungen wurde Iława zu 75% vernichtet, so daß der Wiederaufbau von den Fundamenten an betrieben werden mußte.

Nur wenige Baudenkmäler der Stadt wurden vom Krieg verschont. Das älteste ist die gotische Ordenskirche aus dem 14. Jahrhundert. Sehenswert sind auch 1976 aus Kamieniec gebrachte Barockskulpturen: Jupiter, Juno, Medusa und Herakles - die Allegorien der vier Jahreszeiten. Des weiteren sollte man sich das Neobarockrathaus, den Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert sowie die neogotische Schule und die neoklassizistische Stadthalle ansehen. In der näheren Umgebung sind viele Baudenkmäler erhalten, so z. B. Schloßruinen bei Szymbark (Schönberg), oder in Frednowy (Frödenau) eine Barockkirche.

Zu den touristischen Attraktionen gehören ohne Zweifel Sport- und Kulturveranstaltungen von hohem internationalen oder nationalem Rang. So findet z. B. alljährlich im Juli auf der Louis-Armstrong-Freilichtbühne "Jeziorak Shanties Meeting Iława" (Seemannsliedfestival) statt. Im August kommen Jazzfans aus ganz Polen zum Internationalen Altjazzfestival "Old Jazz Meeting - Goldenes Waschbrett". Im September findet die letzte Segelregatta jeden Jahres mit Wettkampf um das "blaue Band" statt.

Es empfiehlt sich ganz einfach ein Besuch der Stadt, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen und um Iławas spezifische Atmosphäre, die Promenaden, gepflegte Grünanlagen, das renovierte Rathaus, Freilichttheater und reizvolle Cafés kennenzulernen. Die Zufahrt nach Iława ist sehr günstig sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto zu erreichen. Die Entfernung nach Herborn beträgt ca. 1.100 km. Nach Warszawa (Warschau) sind es 220 km, nach Gdansk (Danzig) 120 km.

Weitere Auskünfte erhalten Sie unter der Rufnummer 0048 / 88 49 28 42 oder auf der folgenden Homepage: www.Iława.pl 

Die Stadt Herborn veranstaltet in zweijährigem Turnus die so genannte "Bürgerfahrt" nach Iława, zu der sich Interessenten und Bürger (selbstverständlich auch aus den Nachbargemeinden) anmelden können. Neben der ausgiebigen Erkundung der Partnerstadt (deutschsprachige Reisebetreuung) stehen auch bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt von Danzig und die Marienburg auf dem Programm. Informationen erhalten Sie im Büro der Stadtmarketing Herborn GmbH, unter tourist@herborn.de oder unter 02772 / 708-1900.