Herborn ist seit dem Sommer 2017 „Klimakommune“ Damit verpflichtet sie sich einen Aktionsplan oder ein Klimaschutzkonzept zu erstellen und diesen spätestens nach fünf Jahren zu aktualisieren. Außerdem ist jährlich über ihr Engagement für den Klimaschutz und in der Anpassung an den Klimawandel zu berichten.
Der Klimawandel und die Anpassung an seine Folgen sind eine zentrale Herausforderung der Gegenwart.
Hessische Städte, Gemeinden und Landkreise sind aktiv, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und um sich an verändernde klimatische Bedingungen anzupassen.
Das Land Hessen hat sich im Rahmen des Hessischen Klimagesetzes das Ziel gesetzt,
seine Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren.
Bis zum Jahr 2030 sollen die Emissionen um mindestens 65 % gegenüber 1990 gesenkt werden,
bis 2040 um mindestens 88 %. Langfristiges Ziel ist die Klimaneutralität bis zum Jahr 2045.
Im Lichte des Pariser Weltklimaabkommens und der Klimaziele des Landes Hessen strebt
die Unterzeichnerin / der Unterzeichner dieser Charta das Ziel an, bis 2045 klimaneutral zu werden.
Der unterzeichnenden Kommune ist freigestellt, sich dazu ergänzend eigene Zwischenziele zu setzen.
Die Kommune stellt einen Aktionsplan zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung vor Ort auf, um darzulegen, wie sie ihre Ziele erreichen will.
Dieser enthält:
• die Erfassung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes der Kommune,
• eine Darstellung der geplanten Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung sowie
• die Darstellung des Treibhausgasminderungspotenzials der geplanten Klimaschutzmaßnahmen.
Klimakommunen bleiben solange Mitglied im Bündnis der Klima-Kommunen, wie sie der Selbstverpflichtungen nachkommt.
Seit Ende Februar 2025 hat die Stadt Herborn einen Energiemanager eingestellt. Die Förderung dieser Stelle ist auf drei Jahre befristet. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Kommunalrichtlinie) werden neben der Personalstelle auch Ausgaben für Messtechnik, Dienstleistungen und Zertifizierungen abgedeckt. Das Energiemanagement wird zu 70% von der Z-U-G (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft) des Bundesministeriums für Umwelt gefördert.
Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, die Wärmeversorgung der Stadt zu optimieren, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. In den Planungsprozess sind die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Herborn eng eingebunden, außerdem wurden weitere Akteure beteiligt, um individuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten zu identifizieren. Ein politischer Beschluss zur Wärmeplanung steht derzeit noch aus. Details dazu finden Sie hier.
Im März 2025 trat außerdem die Satzung über Gestaltung, Begrünung und Bepflanzung im Vorgartenbereich in Kraft. Diese Satzung dient dem Grundwasser- und Insektenschutz, dem Schutz vor Bodenversiegelung sowie vor Plastikmüll im Vorgartenbereich und leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie ist wichtig für das städtebauliche Gesamtkonzept und die Allgemeinheit, eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen.
Für das Jahr 2025 wurde zudem die Kampagne „Aufsuchende Energieberatung“ fortgesetzt. Vom 17. September bis zum 25. November 2025 konnten Eigentümerinnen und Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die vor dem Jahr 2000 erbaut wurden, eine kostenfreie Erstberatung zur energetischen Modernisierung ihres Gebäudes erhalten. Für die Kampagne 2025 haben sich 29 Hausbesitzerinnen und -besitzer angemeldet.
Zurzeit erfolgt die Erstellung eines umfangreichen „Integrierten Planwerks“. Hiermit entsteht ein Gesamtwerk, in dem die Werke Flächennutzungsplan, Landschaftsplan, Stadtentwicklungskonzept, Wohnbauflächenentwicklungskonzept, Gewerbeflächenkonzept, Klimaanpassungskonzept und Starkregengefahrenkarte parallel erarbeitet und aufeinander abgestimmt werden. Herborner Bürger haben die Möglichkeit ihre Vorstellungen in den Gestaltungsprozess einzubringen.
Im Jahr 2024 setzte die Stadt Herborn den Fokus auf eine nachhaltige Ressourcennutzung, Mobilitätsverbesserungen und den Erhalt von Grün- und Lebensräumen. Ziel war es, Klimaschutz messbar in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger zu integrieren, die lokale Wertschöpfung zu stärken und die Lebensqualität zu erhöhen. Die folgenden Initiativen prägten das städtische Klimaschutzprogramm:
Zisternensatzung: Ziel dieser Satzung ist die Schonung des Wasserhaushaltes und die Entlastung von Abwasseranlagen durch die Errichtung von Niederschlagswassersammel- oder –nutzungsanlagen. Haus- und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer erhalten Anreize sowie klare Vorgaben, Regenwasser effizient zu erfassen, lokal zu nutzen und Überschussspitzen im Abwassernetz zu vermeiden. Die Maßnahme stärkt die Resilienz gegenüber Trockenperioden, reduziert den Wasserverbrauch und unterstützt eine klimaangepasste Ressourcenbewirtschaftung in der Stadt.
Kampagne „Aufsuchende Energieberatung“ 2024: Im Zeitraum 22. Mai bis 31. Juli 2024 hat die Stadt Herborn in Zusammenarbeit mit der LEA Hessen eine individuelle Erstberatung zur energetischen Sanierung angeboten. Wer ein Ein- oder Mehrfamilienhaus im Stadtgebiet von Herborn besitzt, das vor 1990 erbaut wurde, konnte sich für eine kostenfreie Erstberatung zur energetischen Modernisierung anmelden. In diesem Rahmen wurden 72 Beratungen durchgeführt. Ziel war es, konkrete Handlungsempfehlungen für effizientere Wärme-, Gebäudehülle- und Gebäudeautomation zu geben, Informationen zu Fördermöglichkeiten bereitzustellen und Barrieren bei der Umsetzung abzubauen.
Zukunftswald: Das Projekt ermöglicht Beteiligung an der Wiederbewaldung und Finanzierung über Zertifikate. Dabei sind Klimagewinner-Baumarten im Fokus. Spenderinnen und Spender können sich mit 5 €/m² beteiligen.
Mitfahrbänke in acht Herborner Stadtteilen: Hier sind insgesamt neun Mitfahrbänke aufgestellt. Sie bieten einen kostenlosen privaten Mitfahrservice als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr. Damit können auch Personen ohne eigenes Auto oder mit Mobilitätseinschränkungen die Mitfahrbänke nutzen. Die Maßnahme reduziert die Verkehrsbelastung, senkt Emissionen und stärkt die soziale Mobilität innerhalb der Stadt.
Radverkehr: Radwege verlaufen vermehrt entlang großer Verkehrsachsen und verknüpfen Ortsteile mit regionalen Wegen. Das Netz ermöglicht Pendelnde, auch bei geringen Steigungen, das Fahrrad zu nutzen. In den laufenden Planungen werden Radwege weiter ausgebaut, Lücken geschlossen, Gefährdungspunkte entschärft und das Wegweisungssystem verbessert. Pendler mit E-Bike können am Bahnhof abschließbare Radboxen nutzen; es gibt an mehreren Standorten Abstellanlagen. Zudem wurden Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben, um Verbindungen zu optimieren und die Radverkehrsattraktivität zu erhöhen.
Situationsverbesserung Fußgängerverkehr: In den letzten Jahren wurden zahlreiche Fußgängerwege barrierefrei ausgebaut, wodurch Mobilität für alle Alters- und Unterstützungsbedürfnisse erleichtert wird. Breitere, gut zugängliche Gehwege, barrierearme Querungen und verbesserte Beleuchtung tragen zu mehr Sicherheit und Komfort im Alltag bei. Erweiterte Barrierefreiheit schließt auch Knotenpunkte im Zentrum und an wichtigen Verbindungen ein, sodass Fußgängerinnen und Fußgänger einfache, sichere Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und öffentlichen Einrichtungen nutzen können.
Die Erstellung eines integrierten Planwerkes wurde angestoßen. In diesem Werk sind neben Stadtentwicklungskonzept, Flächennutzungsplan und Landschaftsplan die kommunale Wärmeplanung, ein Klimaanpassungskonzept und Klimafunktionskarten enthalten.
Der Bürgerbus hat seinen Betrieb am 15. Mai 2023 aufgenommen. Er fährt zunächst montags und mittwochs von 8:00 bis 14:00 Uhr. Der Stadt Herborn wird ein Kleinbus zeitweise überlassen, den ein heimischer Sportverein der Stadt Herborn zur Verfügung stellt. Damit soll die Mobilität im Stadtgebiet von Herborn v.a. für die Menschen verbessert werden, die nur wenige andere Möglichkeiten haben um z.B. Ärzte zu erreichen. Durch die Vermeidung von Einzelfahrten, insbesondere auch in die Kernstadt, ergeben sich CO2 Einsparungen. So können zum Beispiel von der Kernstadt aus weitere Verbindungen des ÖPNV genutzt werden.
Der Klimaaktionsplan der Stadt Herborn wird fortgeschrieben. Dieser gibt eine Übersicht bereits durchgeführter, begonnener und geplanter Klimamaßnahmen.
Im Rahmen der „Nationalen Klimaschutz Initiative“ (NKI) wurde ein Förderantrag für die „Implementierung und Erweiterung eines Energiemanagements“ gestellt. Förderfähig ist hier, neben dem Energiemanagement auch ein Energiemanager. Ein Förderbescheid wird für den Sommer 2023 erwartet.
Die Stadt Herborn verpachtet Flächen an die Lahn-Dill-Bergland-Energie-GmbH zur Verwirklichung und Projektierung von Windkraftstandorten, nördlich von Herbornseelbach und ermöglicht damit eine frühzeitige Planung. Bis zum Jahr 2026 soll dieses Projekt verwirklicht werden
Die Stadt Herborn hat Fließpfadkarten vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erhalten. Diese zeigen eine erste Übersicht der potenziellen Fließpfade, die das Regenwasser bei einem Starkregenereignis nehmen würde. Hiermit wird eine mögliche Gefährdung von Gebäuden sichtbar gemacht.
Im Herbst 2022 wurde eine „Dienstanweisung zur Energieeinsparung durch Nutzerverhalten in städtischen Gebäuden“ wirksam. Hierin sind Verhaltensregeln für die Nutzer kommunaler Liegenschaften aufgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass damit der Energieverbrauch um 15% gesenkt werden kann.
Im Zeitraum von 25.06. bis 15.07.2022 haben verschiedene Teams, im Rahmen des „Stadtradeln“ 43.736 km erradelt und damit rechnerisch eine Emission von 7.000 kg CO2 eingespart. Diese Kampagne wurde vom „Klima-Bündnis“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ein Zeichen für vermehrte Radförderung zu setzen.
Im Sommer 2021 haben verschiedene Teams, im Rahmen des „Stadtradeln“ 75.778 km erradelt und damit rechnerisch eine Emission von ca. 12.000 kg CO2 eingespart. Diese Kampagne wurde vom „Klima-Bündnis“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ein Zeichen für vermehrte Radförderung zu setzen.
In diesem Jahr konnte der Umbau des brachliegenden Güterbahnhofs zu einem Pendlerparkplatzes südlich des Bahnhofs Herborn abgeschlossen werden. Entstanden sind hier 117 Parkplätze sowie zehn E-Ladesäulen. Im Stadtgebiet Herborn stehen nun 12 öffentliche Ladesäulen für Elektroautos zur Verfügung. Zudem stehen am Bahnhof 25 abschließbare Fahrradboxen mit Lademöglichkeit für E-Bikes.
Zusätzlich beteiligte sich Herborn an der Aktion „Radfahren neu entdecken“. Bei der Bürgerinnen und Bürger in einem dreimonatigen Testzeitraum zehn E-Bikes kostenfrei ausleihen und testen konnten.
Im August des Jahres richtete die Stadt den ersten „Klimatag“ in der Aula der Hohen Schule aus. Eine Ausstellung bot Informationen zum Energiesparen, energetischem Sanieren und Klimaschutz ganz allgemein. Mit der Herbornerin und hessischen Umweltministerin Priska Hinz diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Interessenverbänden bei einer Podiumsdiskussion über die Potenziale von regionalem Klimaschutz.
Die im Aktionsplan vorgeschlagene, und durch Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bestätigte, Schaffung einer Stelle eines Klimaschutzmanagers wurde im Zuge der Haushaltskonsolidierung zurückgestellt. Es ist mittelfristig beabsichtigt in Interkommunaler Zusammenarbeit eine/n Klimaschutzmanager/in einzustellen. In der Zwischenzeit steht die Stadt Herborn im Austausch mit den „Klima-Sachbearbeitern“ der LDK-Kommunen sowie die Beratung des Klimaschutzmanagers des Lahn-Dill-Kreises.
Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe befasste sich mit dem Vermeiden von Abfall und Einwegplastik sowie dem Verwenden von Mehrweg-Produkten bei städtischen Veranstaltungen. Die Vorüberlegungen und Ergebnisse der Arbeitsgruppe können genutzt werden, um eine Richtlinie für nachhaltige Beschaffung zu erarbeiten.
Die Giebelbeleuchtung in der historischen Altstadt wurde modernisiert, sparsame LED-Glühbirnen ersetzen die konventionellen knapp 11.500 Glühbirnen.
Um älter werdende Menschen aus den Stadtteilen oder Menschen ohne eigenes Auto in ihrer Mobilität zu unterstützen, hat die Stadt Mitfahrbänke installiert und plant die Einführung eines Bürgerbusses.
Im Freibad im Stadtteil Schönbach sparen neue Badewasser-Umwälzpumpen langfristig fast 40 Prozent Strom gegenüber den Vorgängermodell.
Am 5. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit im September 2018 organisierten Auszubildende der Stadtverwaltung einen Informationsstand zum Thema „Nachhaltig Leben“ auf dem Marktplatz. Passanten erhielten Informationen zu städtischen Maßnahmen zum Klimaschutz und Tipps zum nachhaltigen Konsum. Sie konnten ihren ökologischen Fußabdruck berechnen oder alte Handys für das Recycling abgeben.
Im November 2018 nahm in der Mozartstraße in Herborn ein Blockheizkraftwerk seinen Betrieb auf (in den Wohneinheiten der gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG GBS). Es versorgt rund 240 Wohnungen mit einem Mix aus CO²-neutralem Strom aus Wasserkraft und Strom des örtlichen Blockheizkraftwerk. Diese Art der Wärmeversorgung nutzt die Abwärme aus der Stromerzeugung direkt für die Wärme der Wohnungen. Damit wird ein Gesamtwirkungsgrad von 80 bis 90 Prozent der eingesetzten Primärenergie erreicht.
Seit Herbst 2018 legt der Klimaaktionsplan der Stadt Herborn Maßnahmen und Schritte für den Klimaschutz fest. Er gewährt einen Überblick über umgesetzte, begonnene und noch geplante Maßnahmen zum Klimaschutz.
Die Stadt Herborn ist seit dem Sommer 2017 Klimakommune. Grundlage für das Engagement für den lokalen Klimaschutz bildet die „Charta der 100 Kommunen für den Klimaschutz“. Als Kommunen im Lahn-Dill-Kreis schließt sich die Stadt Herborn dem erklärten Ziel des Landkreises an bis 2050 klimaneutral zu sein.
Alle Straßenleuchten im Stadtgebiet wurden sukzessiv auf LED-Technik umgerüstet. Zum Ende 2020 waren nahezu aller Straßenleuchten mit der neuen Technik ausgestattet.
Seit dem Jahr 2017 nimmt die Stadt Herborn mit einer wachsenden Zahl von Hobby-Radfahrern am STADTRADELN des Klimabündnis teil. Im selben Jahr wurde zur Förderung des Radverkehrs ein ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter berufen. Er fungiert als Berater und Vermittler zwischen Radfahrenden, Stadtverwaltung und anderen Interessengruppen.