Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Hessens

Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Hessens

  • Kategorien: 2026

    Forstministerium ruft zweithöchste Alarmstufe aus/ Der Lahn-Dill-Kreis informiert: Seit dem 1. Juni über 40 Brände im Kreis gebiet

    Das Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat informiert:

    Das Hessische Forstministerium hat am Montag die erste von zwei Alarmstufen (Alarmstufe A) für die Forstverwaltung in Hessen ausgerufen. Die Aussicht auf ein
    Anhalten der aktuellen Wetterlage macht diesen vorsorgenden Schritt erforderlich.  Die lokal aufgetretenen Niederschläge haben zu keiner anhaltenden Entspannung der
    Waldbrandgefahr in Hessen geführt. Nach aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besteht in weiten Teilen Hessens hohe Waldbrandgefahr. Ergiebige, landesweite Niederschläge sind vorerst nicht in Sicht. Die Gefahrenlage bleibt angesichts der Trockenheit in Verbindung mit sommerlichen Temperaturen angespannt.

    In den zurückliegenden Monaten blieben wiederholt weite Teile Hessens ohne ergiebige Niederschläge. Nach vorläufigen Daten des DWD fielen im Juli in Hessen
    lediglich 14 l/m² Niederschlag, ein historischer Tiefstand verglichen zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Die hohen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung verstärkten den Wassermangel zusätzlich. Insbesondere die Bodenvegetation, aber auch unverwertbares Kronenrestholz, Reisigmaterial und abgestorbene Bäume sind inzwischen stark ausgetrocknet und können somit leicht entzündbares Material darstellen.

    VERSTÄRKTE ÜBERWACHUNG UND EINSATZBEREITSCHAFT DURCH FORSTVERWALTUNG

    Seit Jahresbeginn kam es zu etwa 100 Waldbränden mit einer Schadfläche von rund 165.000m², das entspricht in etwa der Größe von 23 Fußballfeldern. Mit dem Ausrufen
    der zweithöchsten Alarmstufe wird u.a. sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht werden. Die Forstverwaltung stellt zudem die
    technische Einsatzbereitschaft sicher und intensiviert den Kontakt zu den örtlichen Brandschutzdienststellen. In besonders gefährdeten Waldgebieten und Waldrandbereichen kann es zur Schließung von Grillplätzen kommen. Im Einzelfall ist auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen nicht ausgeschlossen. Für diese Maßnahmen wird die Bevölkerung bereits jetzt um Verständnis gebeten. Das Forstministerium bittet alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, insbesondere mit Blick auf die aktuell intensive Freizeitnutzung im Wald, um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. 

    Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht auch durch achtlos aus dem Fahrzeugfenster geworfenen Zigarettenkippen entlang von Straßen aus. Alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkws dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen. Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen darf kein Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen sollte darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird. Bereits bestehende Einschränkungen sind unbedingt einzuhalten. Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) zu informieren.

    HINTERGRUND

    Auf Grundlage der täglich aktualisierten Waldbrandgefahrenprognose des DWD sowie weiterer Faktoren, wie z.B. der Bodenfeuchte, dem bisherigen Witterungsverlauf und Brandgeschehen sowie Einschätzung der Großwetterlage wird vom Hessischen Forstministerium eine der beiden Hessischen Alarmstufen ausgelöst. Das Ausrufen der Alarmstufe A bedeutet, dass in Hessen oder Teilen Hessens eine fortgesetzt hohe Waldbrandgefahr besteht. Bei Alarmstufe B herrscht i.d.R. fortgesetzt eine sehr hohe Waldbrandgefahr, die u.a. die Möglichkeit zur flächendeckenden Sperrung von Grillplätzen, Waldwegen und Waldflächen beinhaltet. Weitere Informationen zum Thema Waldbrandgefahr und den Alarmstufen finden Sie hier: landwirtschaft.hessen.de/wald/klimastabiler-wald/waldbrandgefahr
     

    Achtung, hohe Waldbrandgefahr im Lahn-Dill-Kreis!

    Hessisches Forstministerium ruft Alarmstufe A aus / Kreis-Gefahrenabwehr appelliert zur Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme

    Der Lahn-Dill-Kreis informiert: Die Waldbrandgefahr im Lahn-Dill-Kreis bleibt hoch. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat deshalb die Alarmstufe A für die Forstverwaltung ausgerufen. Trotz einzelner Regenschauer hat sich die Lage nicht nachhaltig entspannt. Die anhaltende Trockenheit, sommerliche Temperaturen und ausgetrocknete Vegetation sorgen weiterhin für ein erhebliches Brandrisiko.

    Seit dem 1. Juni über 40 Brände im Lahn-Dill-Kreis 

    Während aktuell in Spanien und Frankreich schwere Waldbrände ganze Landstriche verwüsten und Ortschaften bedrohen, kommt es auch im Lahn-Dill-Kreis nahezu täglich zu Einsätzen der Feuerwehren. Seit dem 1. Juni 2026 wurden im Kreisgebiet bereits 16 Waldbrände sowie 25 weitere Vegetationsbrände registriert. Dazu zählen unter anderem Flächenbrände an Straßen und in Feldgemarkungen, Heu- und Strohballenbrände, Heckenbrände sowie brennende Bäume. Die Ereignisse in Südeuropa zeigen eindrücklich, wie schnell sich aus einem kleinen Brand ein unkontrollierbares Feuer entwickeln kann.

    „Es ist ernst: Seien Sie aufmerksam und verhindern Sie Brände!“

    „Wald- und Flächenbrände sind kein harmloses Sommerereignis und erst recht kein Spaß. Schon eine achtlos weggeworfene Zigarette oder ein unbedachter Funke können Menschen gefährden und große Schäden anrichten. Wir bitten deshalb alle Bürgerinnen und Bürger im Lahn-Dill-Kreis: Seien Sie aufmerksam und sprechen Sie andere freundlich, aber bestimmt an, wenn Sie riskantes Verhalten beobachten. Jeder verhinderte Brand schützt Menschen, Tiere, unsere Natur und entlastet die Einsatzkräfte“, appelliert Kreisbrandinspektor Harald Stürtz.

    Die Kreis-Gefahrenabwehr bittet deshalb erneut und eindringlich um besondere Vorsicht:

    • Keine Zigaretten oder glimmenden Tabakreste in die Natur werfen – auch nicht aus Fahrzeugen.
    • Im und am Wald kein offenes Feuer entzünden und ausschließlich ausgewiesene Grillplätze nutzen. Bestehende Verbote sind unbedingt einzuhalten.
    • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abstellen, da heiße Fahrzeugteile Brände auslösen können.
    • Wald- und Feldwege freihalten, damit Feuerwehr und Rettungsdienste schnell zum Einsatzort gelangen.
    • Auch bei landwirtschaftlichen Arbeiten und beim Einsatz von Maschinen im Freien ist besondere Vorsicht geboten. Funkenflug kann trockenes Pflanzenmaterial innerhalb weniger Sekunden entzünden.

    Wer Rauch oder Flammen bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen. Die Feuerwehren im Lahn-Dill-Kreis stehen rund um die Uhr bereit. Der wirksamste Brandschutz beginnt jedoch bei jedem Einzelnen. Durch umsichtiges Verhalten, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, andere auf gefährliche Situationen hinzuweisen, können alle zum Brandschutz beitragen. Jeder verhinderte Brand ist ein Gewinn für die Sicherheit aller.