Sozialräume, Netzwerke und Kindergesundheit

Sozialräume, Netzwerke und Kindergesundheit

  • Kategorien: 2026

    AAK lädt nach Herborn: Gemeinsam für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Kindern und Familien – Wochenend-Workshop vom 4. bis 6. September

    Sozialräume, Netzwerke und Kindergesundheit: AAK lädt nach Herborn ein
    Gemeinsam für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Kindern und Familien – Wochenend-
    Workshop vom 4. bis 6. September 2026 

    Öffentliche Veranstaltung am Samstag, 5. September
    Herborn, August 2026. Wie können Familien mit chronisch erkrankten und allergiebetroffenen
    Kindern im Alltag besser unterstützt werden? Welche Rolle spielen Selbsthilfe, Kommunen,
    Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft? Und wie können vor Ort
    tragfähige Netzwerke entstehen, die vorhandenes Wissen über Kindergesundheit tatsächlich in die
    Praxis bringen?

    Mit diesen Fragen beschäftigt sich die gemeinnützige Kinder-Familien-Selbsthilfeorganisation
    Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) e.V. bei ihrem Wochenend-
    Workshop „Sozialräume – Netzwerke und eine Reise durch das Kindergesundheits–
    system“ vom Freitag, 4. bis Sonntag, 6. September 2026 in Herborn. Eingeladen sind Familien,
    Begleiter*innen und Interessierte. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Erfahrungsaustausch und die
    gemeinsame Entwicklung von Ideen, wie Selbsthilfe und Unterstützung für betroffene Familien vor
    Ort lebendig gestaltet werden können.

    Öffentliche Diskussion zur Kindergesundheit
    Ein besonderer Schwerpunkt ist die öffentliche zivilgesellschaftliche Veranstaltung am Samstag,
    5. September, von 10:00 bis 12:00 Uhr in der historischen Aula der Hohen Schule in Herborn. Die
    Veranstaltung findet zugleich hybrid statt und ermöglicht damit auch eine digitale Teilnahme.
    Nach der Begrüßung durch Marianne Stock, Vorstandsmitglied der AAK, und Lukas Winkler,
    Bürgermeister der Stadt Herborn, geht es unter anderem um die Bedeutung der Prävention bei
    Kindern und Jugendlichen, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den sozialen Medien
    sowie die Frage, welche Entscheidungen auf Europa-, Landes- und regionaler Ebene getroffen
    werden.
    Erfahrene und bekannte Wissenschaftler*innen werden aus verschiedenen Bereichen die
    zivilgesellschaftliche Diskussion durch Inputs begleiten.
    Zu den vorgesehenen Themen des zweiten Teils gehören Allergien und Unverträglichkeiten, die
    Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen, die Hintergründe des neuen
    SGB VIII für Familien mit chronisch erkrankten Kindern sowie zivilgesellschaftliche
    Handlungsmöglichkeiten. Auch die Rolle engagierter Städte und regionaler Gesundheitsplanung für
    Nachhaltigkeits- und Gesundheitsziele soll beleuchtet werden.

    Ein zentraler Gedanke der Veranstaltung lautet: Alle können und sollten mitreden. Es geht darum,
    vorhandenes Wissen über die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht nur zu bewahren,
    sondern seine Qualität und Umsetzung im Alltag zu verbessern. Dabei nimmt die AAK ausdrücklich
    auch die Frage einer möglichen Ökonomisierung der Kinderheilkunde in den Blick.
    Von der Diskussion zur praktischen Arbeit
    Am Nachmittag steht von 14:00 bis 17:00 Uhr die praktische Weiterarbeit in Arbeitsgruppen auf
    dem Programm. Themen sind unter anderem die Vorbereitung auf den Kita-Besuch bei Allergien
    und Unverträglichkeiten, psychische Belastungen von Kindern und Eltern sowie die Frage, wie das
    Gesundheitswesen in der Praxis funktioniert. Die Arbeitsgruppen werden von erfahrenen Eltern,
    selbst Betroffenen und Freiwilligen begleitet.
    Auch Kinder werden aktiv einbezogen: Gemeinsam mit der Liedermacherin NETTE (Annette
    Rudert) können sie ihre Gedanken und Erfahrungen in ein Lied einbringen. Damit verbindet die
    Veranstaltung fachlichen Austausch mit kreativer Beteiligung und dem unmittelbaren Erleben der
    Familien.

    Sozialräumliche Netzwerke als Schlüssel
    Für die AAK ist Gesundheit nicht allein eine Frage medizinischer Versorgung. Familien benötigen
    auch im sozialen Umfeld Unterstützung und verlässliche Ansprechpartner. Kita und Schule,
    Kommunen, Gesundheitswesen, Krankenkassen, Politik, Bildung, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft
    tragen jeweils Verantwortung und können gemeinsam dazu beitragen, gesundheitliche Chancen
    von Kindern zu verbessern.

    Die AAK entwickelt hierzu einen eigenen Erfahrungsbaustein zur „Verhältnisprävention“. Die
    dazugehörige Grafik stellt auf einer Seite die Möglichkeiten der Information und Umsetzung aus
    Sicht der Betroffenen und auf der anderen Seite die politischen und gesellschaftlichen Handlungs–
    bereiche gegenüber. Das Netzwerk reicht dabei von Schwangerschaft, Frühen Hilfen, Kita und
    Schule über Ausbildung und finanzielle Familienleistungen bis hin zu Gesundheitswesen, Umwelt,
    Beteiligungsmöglichkeiten, kommunalen Netzwerken und politischen Rahmenbedingungen.
    Die Erkrankungen der Kinder, die das ganze Familiensystem beeinflussen, sind nur mit multi–
    zentrischem Behandlungs- und Beratungsansatz in den „Griff zu bekommen“. Daher steht die
    Gesellschaft vor einer gesamtgesellschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Herausforderung,
    wobei „Allergie/Unverträglichkeit“ bei den Selbsthilfe, gemeinnützigen Dach- und Netzwerk–
    verbänden als ein Beispiel dienen kann, komplexe Zusammenhänge individuell deutlich zu machen.

    Der Wochenend-Workshop soll damit nicht bei der Diskussion stehen bleiben. Ziel ist es,
    Erfahrungen zusammenzutragen, Kraftquellen zu entdecken und gemeinsam Ideen zu entwickeln,
    wie Kinder- und Familien-Selbsthilfe vor Ort wirksam und nachhaltig gestaltet werden kann.

    Einladung an Interessierte
    Die AAK lädt Familien, Fachleute, Engagierte und weitere Interessierte ausdrücklich dazu ein, sich
    an dem Austausch zu beteiligen. Das gesamte Wochenende findet in Herborn statt; für
    Übernachtungsteilnehmende stehen im Schloss Herborn begrenzte Zimmerkontingente zur
    Verfügung. Eine Teilnahme am Samstag ist auch kurzfristig möglich; hierfür ist Eigenverköstigung
    vorgesehen. Allergien und Unverträglichkeiten können bei der Anmeldung berücksichtigt werden.
    Die Veranstaltung wird gemäß § 20h SGB V (gesetzliche Selbsthilfeförderung) hier durch die gkv
    und ihre Verbände gefördert.

    > Termin: Wochenendworkshop Freitag, 4. September bis Sonntag, 6. September 2026
    > Öffentliche Veranstaltung: Samstag, 5. September 2026, 10:00–17:00 Uhr
    > Ort: Historische Aula der Hohen Schule, Schulhofstraße 5–7, 35745 Herborn; nachmittags
    Arbeitsgruppen im Bereich Hohe Schule/Alte Färberei
    > Teilnahme: öffentlich; Vormittagsveranstaltung zusätzlich hybrid
    > In Pausen und vor der Veranstaltung stehen Getränke zur Verfügung. Die Veranstaltung ist
    kostenfrei. Näheres unter 02772 9287-0 oder mitmachnetz@aak.de · www.aak.de