Tipps der Verbraucherberatung Herborn

Tipps der Verbraucherberatung Herborn

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    Achtung bei Umzug: Postnachsende- und GEZ-Ummelde-Falle vermeiden

    Ein Umzug bedeutet ohnehin schon viel Stress: Kisten packen, aussortieren und Papierkram erledigen. Genau diese Hektik nutzen betrügerische Anbieter im Internet schamlos aus. Sie tarnen sich als offizielle Stellen oder behördliche Services, um für eigentlich kostenlose oder sehr günstige Dienstleistungen völlig überhöhte Gebühren zu verlangen. Seit einiger Zeit berichten uns Verbraucherinnen und Verbraucher vorwiegend von zwei Maschen: Der Postnachsendefalle und der GEZ-Ummelde-Falle.

    Die Postnachsendefalle: Teurer Schein statt echter Service

    Damit Briefe auch an der der neuen Adresse ankommen, ist ein Nachsendeauftrag bei der Post unerlässlich.

    Wer bei Google nach „Nachsendeauftrag Post“ sucht, landet oft nicht auf der offiziellen Seite der Deutschen Post, sondern auf den Plattformen von Drittanbietern. Diese Seiten sind mit Post-Symbolen, gelben Briefkästen und offiziell wirkenden Farben täuschend echt gestaltet. 

    Während der originale Nachsendeauftrag der Deutschen Post für sechs Monate aktuell rund € 31,90 kostet, verlangen die privaten Trittbrettfahrer für dieselbe Leistung oft € 129,90 Euro. Im Kleingedruckten versteckt sich dies dann als „Bearbeitungs- oder Servicegebühr“. Noch schlimmer: Manchmal leiten diese Firmen den Auftrag gar nicht erst weiter. 

    Ganz genau auf die URL in dem Browser achten. Der offizielle Auftrag sollte ausschließlich direkt über die Webseite der Deutschen Post (deutschepost.de) abgeschlossen werden. Die ersten Suchergebnisse bei Google sollten ignoriert werden, wenn diese als „Anzeige“ oder „Gesponsert“ markiert sind.

    Die „GEZ“-Ummelde-Falle: Teure Gebühren für ein Gratis-Formular

    Die Pflicht zur An- bzw. Ummeldung des Rundfunkbeitrags (ehemals GEZ) am neuen Wohnort ist gesetzlich geregelt. Auch hier lauern findige Abzocker.

    Die Masche ist ähnlich wie beim Nachsendeauftrag: Drittanbieter schalten Werbeanzeigen mit Begriffen wie „GEZ ummelden“ oder „Rundfunkbeitrag Adressänderung“. Die Webseiten erwecken den Eindruck, man befinde sich direkt beim ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice.

    Für das bloße Weiterleiten Ihrer neuen Adresse verlangen diese dubiosen Dienstleister Pauschalen von € 29,90. Das Dreiste daran: Die Adressänderung oder Datenübermittlung beim echten Beitragsservice ist vollkommen kostenlos. Man zahlt hier also Geld für eine Dienstleistung, die in zwei Minuten selbst ohne Kosten erledigt werden kann.

    Für die Ummeldung oder Befreiung sollte ausschließlich das offizielle Online-Portal unter rundfunkbeitrag.de genutzt werden. Kein seriöser Anbieter verlangt eine Gebühr für die reine Weitergabe der Adressdaten an den Beitragsservice.

    Regeln für den sicheren Umzug

    Suchergebnisse prüfen: Bei Suchmaschinen nicht blind auf die ersten Treffer klicken. Genau hinschauen, ob das Wort „Anzeige“ oder „Gesponsert“ darübersteht.

    Bezahlaufforderungen hinterfragen: Wenn eine behördliche Anmeldung oder eine Adressänderung (auch beim Einwohnermeldeamt) plötzlich online per Kreditkarte oder PayPal bezahlt werden soll, sollte der Vorgang sofort abgebrochen und die Seite genauer geprüft werden. 

    Impressum lesen: Ein Blick ins Impressum entlarvt die Abzocker meist sofort. In Deutschland herrscht Impressumspflicht. Wenn dort eine Ltd. (Limited) mit Sitz im Ausland oder eine unbekannte Vermittlungsagentur angegeben ist, handelt es sich nicht um die offizielle Stelle.

    Man sollte sich in der Umzugshektik nicht verunsichern lassen und aufmerksam bleiben. Mit etwas Wachsamkeit bleibt das Geld dort, wo es hingehört: In der Umzugskasse!

    Hilfe bei unberechtigten Forderungen finden Sie bei einer unserer Beratungsstellen im Lahn-Dill-Kreis:

    Verbraucherberatung Herborn, Mühlgasse 13 (in der Stadtbücherei), 
    Öffnungszeiten: immer donnerstags 14-17 Uhr, 
    Tel.: 02772 924419, E-Mail: verbraucherberatungherborn@dhb-hessen.de