Herborn-Schönbach und Schönbach (Niederösterreich) - Partner und Freunde seit 1989
Im Jahre 1986 machten sich der Kaufmann Johann Wagner aus der kleinen niederösterreichischen Marktgemeinde Schönbach und dessen Lebensgefährtin Marlies auf den Weg nach Deutschland, um in der damaligen Bundesrepublik gleichnamige Orte zu besuchen. Wagner wollte für den Gemeinderat Ausschau halten nach einem in Größe und Lage passenden möglichen Partnerschaftsort.
Auf einer Karte hatte er sich die Lage der Orte eingekreist und herausgefunden, daß der Herborner Ortsteil Schönbach wohl von der Größe her geeignet erschien. Also steuerte er in den Westerwald. Hier angekommen, kam ihm die Idee, sich an den Pfarrer zu wenden, um etwas mehr über den kleinen Westerwaldort zu erfahren. Dieser schickte ihn zur Schule und von dort wurde er zu dem damaligen Stadtrat Rainer Nöllge geschickt. Dieser kam, als die beiden Österreicher bei seiner Frau geklingelt hatten, gerade von der Arbeit nach Hause und hörte sich die Vorhaben der Gäste an. Herborn besaß zu damaligen Zeiten bereits zwei Partnergemeinden: Pertuis in der südfranzösischen Provence und Guntersdorf im niederösterreichischen Weinviertel und man hatte zunächst kein großes Interesse, eine weitere Partnerschaft einzugehen und so erklärte es auch Nöllge seinen Gästen, die jedoch mal für alle Fälle ihre Anschrift daließen und sich wieder verabschiedeten. Jahre später plante der Fotoklub, dessen Vorsitzender Nöllge war, eine Reise nach Wien und einer aus der Mitgliedschaft machte den Vorschlag, da man auch über den Besuch aus einem Schönbach in Österreich gesprochen hatte, daß man doch einmal dieses Schönbach "besichtigen" könne, wenn man in der Nähe sei.
1988 war es dann soweit. Der Fotoklub besuchte Wien, wohnte in der Nähe der Partnergemeinde Guntersdorf in Hollabrunn und machte einen Abstecher nach Schönbach. Nöllge hatte zuvor einen Brief an Wagner geschrieben und dieser im Auftrag der Gemeinde eine Einladung ausgesprochen. Mit einem derart herzlichen Empfang, einer tollen Bewirtung, mit einem Auftritt der Volkstanzgruppe und schließlich beim Abschied tief in der Nacht mit einem Feuerwerk, hatte wohl niemand von den Schönbachern aus Deutschland gerechnet und man beschloß, sich auf jeden Fall wiederzusehen. Da auch Kommunalpolitiker mit von der Partie waren, reifte bereits auf der Heimfahrt der Entschluß, doch auszuloten, wie die Mehrheiten für eine neue Partnerschaft in Herborn seien. Überzeugungsarbeit in den Fraktionen führte dazu, daß das Stadtparlament im Jahre 1989 diesen Beschluß faßte und man im Oktober bereits die Urkunden schrieb, die Bürgermeister Bernd Sonnhoff und Bürgermeister Raimund Binder später beim Festakt in der Turnhalle der Hauptschule Schönbach (NÖ) austauschten. Seither finden alljährliche Treffen statt und bereits drei Ehen gingen aus der mittlerweile echten Freundschaftsbeziehung beider Schönbachs hervor.
Im Jahre 1999 wurden im Waldviertel die ersten zehn Jahre dieser Freundschaft mit einem Festakt groß gefeiert. Für Rainer Nöllge, der lange Jahre Herborner Stadtrat war, den Kaufmann Johann Wagner und deren Ehefrauen bahnte sich eine Freundschaft an, die besser gar nicht sein konnte. Im Westerwälder Schönbach bildete sich ein Partnerschaftskomitee, das die Begegnungen beider Partner koordiniert und das städtische Amt damit entlastet.
Die beiden Schönbachs liegen auf dem kürzesten Straßenweg 684 km auseinander. Die Fahrzeit von Herborn nach Schönbach beträgt im dem Auto je nach Route etwa 8,5 Stunden; Bahnverbindungen sind mit Umstiegen möglich. Schönbach im Waldviertel findet man auf der Österreich-Karte im Norden der bekannten "Wachau", ca. 20 km vor der Grenze zur Tschechichen Republik. Man erreicht es am günstigsten über die Autobahn von Passau/Linz kommend, bis zur Anschlußstelle Amstetten (West), an der Donau entlang, etwa zwei Kilometer bis hinter St. Georgen am Walde und dann nach links hinauf in die bis zu 1.000 m hohen Berge des Waldviertels, bis vor Arbesbach ein erstes Schild auf das nur noch 14 km entfernte Schönbach hinweist, das sich zu einem Paradies für Mountain-Biker im Sommer und Ski-Langläufer in gespurten Loipen im Winter ausweist.
Herborns Partnergemeinde Schönbach liegt im grünen Herzen des Waldviertels — eine ruhige, naturnahe Gemeinde, die Besucherinnen und Besucher mit klarer Luft, dichten Wäldern und ländlicher Gastfreundschaft empfängt. Ob erholsames verlängertes Wochenende oder mehrtägige Entdeckungsreise: Schönbach ist ein Ziel für Naturfreunde, Familien und Ruhesuchende.
Das Waldviertel ist geprägt von weitläufigen Wäldern, sanften Höhenzügen und abwechslungsreichen Wanderwegen. Rund um Schönbach führen markierte Pfade durch stille Wälder, zu Aussichtsstellen - ideal für entspannte Spaziergänge, Familienwanderungen und Naturentdeckungen. Kinder finden in Schönbach und den Gemeinden der Umgebung viel Platz zum Spielen und Erkunden: Waldspielplätze, kurze Themenwege und naturpädagogische Stationen laden zum gemeinsamen Entdecken ein. Viele Wanderstrecken sind kurz und leicht begehbar, so dass auch Familien mit jüngeren Kindern problemlos mitkommen.
Traditionelle Gasthäuser servieren regionale Küche in gemütlicher Atmosphäre — ideale Voraussetzungen für erholsame Tage abseits des Trubels. Die überschaubare Größe der Gemeinde macht Schönbach zu einem unkomplizierten Ausflugsziel, das sich gut mit weiteren Entdeckungen im Waldviertel kombinieren lässt. In der Umgebung von Schönbach finden sich kleine Kirchen und lokale Handwerksbetriebe, die Einblick in die kulturelle Vielfalt des Waldviertels geben. Saisonale Dorffeste und Märkte machen regionale Traditionen erlebbar.Das Waldviertel verändert sich im Jahresverlauf und bietet Reizvolles zu jeder Jahreszeit: Frühlingsblüte, sommerliche Grünflächen, bunte Herbstwälder und die klare Winterluft.
Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Gemeindeverwaltung der Marktgemeinde Schönbach, Telefon: 0043 2827 7002, Homepage: www.schoenbach.at
Aktuelle Wanderkarten und Unterkunftshinweise bietet auch das Tourismusbüro Waldviertel: www.waldviertel.at