Anreise  |  Kontakt  |  Notdienste  |  Öffnungszeiten  |  Webcams  |  
356.000 Euro Förderung für die Herborner „Hand & Ohr“

356.000 Euro Förderung für die Herborner „Hand & Ohr“

Herborner Modellprojekt für inklusive Wissenschaftskommunikation in Deutscher Gebärdensprache kann an den Start gehen

Die gemeinnützige Herborner „Hand & Ohr“ GmbH kann sich über eine zweckgebundene Förderung der Deutschen Fernsehlotterie freuen. Die Fördersumme Deutschlands traditionsreichster Soziallotterie in Höhe von 356.000 Euro wird für die Umsetzung des bundesweiten Modellprojektes: 'Wissenschaft barrierefrei in Gebärdensprache‘ eingesetzt. Damit kann der geförderte Träger anteilig projektbezogene Personalkosten für die Projektleitung und -mitarbeiter, Honorarkosten und entstehende Sachkosten bis Ende Februar des Jahres 2029 absichern. Die Gesamtkosten dieses innovativen sozialen Vorhabens belaufen sich auf über 446.000 Euro.

„Ich möchte mich von Herzen bei den Mitspielern der Deutschen Fernsehlotterie für jeden einzelnen Spieleinsatz bedanken. Nur durch ihr Vertrauen in die bekannte Soziallotterie wird die Umsetzung unseres bundesweiten Modellprojektes überhaupt ermöglicht. Ausschließlich dadurch kann der Bildungsungleichheit, der mangelnden Inklusion und ungleicher Teilhabe im digitalen Wandel aktiv entgegengewirkt werden“, freut sich Hans Beilborn, Geschäftsführer der „Hand & Ohr“ gGmbH.

Die Herborner „Hand & Ohr gGmbH“ hat aktuell 22 Mitarbeiter – 20 davon sind taub.

Taube Menschen sind in Deutschland beim Zugang zu wissenschaftlicher Bildung systematisch benachteiligt. Dies gilt besonders für den naturwissenschaftlichen Bereich. Das geförderte Projekt 'Wissenschaft barrierefrei in Gebärdensprache‘ setzt deshalb ein bundesweites Modell zur inklusiven Wissenschaftskommunikation in Deutscher Gebärdensprache (DGS) um. In Workshops, Pilotprojekten und digitalen Formaten entstehen neue Fachgebärden, barrierefreie Lernmaterialien und gebärdensprachliche Bildungsformate. Die Zielgruppen sind taube Jugendliche, Studierende, Eltern und Fachkräfte. Sie gestalten die Inhalte aktiv mit. Ziel des sozialen Vorhabens ist es, dass erstmals eine Bildungsgerechtigkeit mit kultureller Sichtbarkeit und neue Wege zu einer repräsentativen, vielfältigen und zukunftsorientierten Wissensgesellschaft geschaffen werden können.    

Robert Jasko ist Projektleiter für Wissenschaftskommunikation der „Hand & Ohr“ gGmbH. „Unser Projekt schafft ein übertragbares Modell mit langfristiger Perspektive. Es ist partizipativ, wirksam und bundesweit richtungsweisend. Wir erschaffen gebärdensprachliche Wissenschaftsformate, die aus der Lebensrealität tauber Menschen heraus entwickelt werden. Dies in Videoform, in Präsenz oder auch Live-Formaten - je nach Bedarf. Wo zentrale Begriffe fehlen, werden wir neue Fachgebärden entwickeln. So wird Wissenschaft in Deutscher Gebärdensprache verständlich, selbstbestimmt und identitätsstärkend erfahrbar. Das gab es vorher so noch nie“, erklärt Robert Jasko, Projektleiter der „Hand & Ohr“ gGmbH.

„Wir als Stadt sind stolz und glücklich dieses soziale Unternehmen in Herborn zu haben. Der Mehrwert, durch das hier geleistete wirkt sich bundesweit auf die taube Community in Deutschland positiv aus. Es ist notwendige und eine längst überfällige Pionierarbeit, die hier erbracht wird. Dafür möchte ich mich bei allen Projektbeteiligten und der Deutschen Fernsehlotterie herzlich bedanken“, so der Herborner Bürgermeister, Lukas Winkler.

„Das soziale Projekt wirkt einer tief verankerten Bildungsungleichheit entgegen, die taube und taubblinde Menschen systematisch vom Zugang zu Wissenschaft ausschließt. Es ist ein Beitrag zu einem solidarischen Miteinander, das Vielfalt nicht nur anerkennt, sondern als Ressource lebt. Dabei macht es Wissenschaft zu einem Raum, in dem niemand ausgeschlossen wird. Dabei helfen wir gern“, so Stephan Masch, Repräsentant der Deutschen Fernsehlotterie.

Im Jubiläumsjahr 2026 feiert Deutschlands traditionsreichste Soziallotterie ihr 70-jähriges Bestehen und steht somit seit 1956 für das Motto „Helfen & Gewinnen“. 755.000 Personen konnten sich im Jahr 2025 über einen Gesamtgewinn von mehr als 45 Millionen Euro freuen, 90 von ihnen gewannen mehr als 100.000 Euro, 11-mal wurde ein Millionengewinner glücklich. Mit jedem Spieleinsatz fördern die Mitspielerinnen und Mitspieler gleichzeitig soziale Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung oder schwerer Erkrankung, wohnungslose Menschen, Geflüchtete sowie Initiativen im Quartier. Allein im Jahr 2025 wurden über 70 Millionen Euro an mehr als 400 karitative Projekte in Deutschland ausgeschüttet. Auf Hessen entfielen dabei 31 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 5,8 Millionen Euro. In den vergangenen zehn Jahren konnten so insgesamt 366 soziale Vorhaben mit 58,8 Millionen Euro im Land Hessen unterstützt werden. Text: Deutsche Fernsehlotterie    


Bild (Max Thümmel): (v.l.n.r.): Robert Jasko; Projektleiter für Wissenschaftskommunikation der „Hand & Ohr“ gGmbH; Hans Beilborn, Geschäftsführer der „Hand & Ohr“ gGmbH; Lukas Winkler, Bürgermeister von Herborn & Stephan Masch, Repräsentant der Deutschen Fernsehlotterie gGmbH bei der symbolischen Übergabe der Fördersumme in Herborn