Afrikanische Schweinepest: Verstärkte Bejagung wichtig – Landkreis setzt auf Aufklärung und Mithilfe durch Bürger
Der Lahn-Dill-Kreis informiert: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in einigen Regionen Deutschlands weiter aus. Zwar gibt es in Mittelhessen noch keinen bestätigten Fall der Tierseuche. Dennoch sind Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg betroffen: Die beiden Landkreise fallen seit einem weiteren positiven Befund am 11. Februar in die äußere Sperrzone, die von ASP-Fällen in Nordrhein-Westfalen ausgeht. Für den Lahn-Dill-Kreis gilt weiterhin: Es gibt derzeit keinen bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest und das Kreisgebiet fällt auch nicht in eine Restriktionszone.
Aufgrund der aktuellen Entwicklung bereitet sich der Lahn-Dill-Kreis nun noch intensiver auf eine mögliche Ausbreitung vor. Ziel ist es, frühzeitig reagieren zu können, um einen möglichen Viruseintrag schnell zu erkennen und dagegen vorzugehen. Der Landkreis setzt dabei bewusst auf transparente Information, sachliche Aufklärung und die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.
Richtiges Verhalten in Wald und Flur
Die Menschen im Lahn-Dill-Kreis können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Wer in Wald und Feld unterwegs ist, sollte möglichst auf den Wegen bleiben, damit Wildschweine nicht aufgeschreckt werden und ihren Bewegungsradius unnötig vergrößern.
Hunde sollten grundsätzlich von Tierkadavern ferngehalten werden. Sie können sich zwar nicht infizieren, das Virus aber indirekt weitertragen. Nach dem Spaziergang sollten Pfoten und Fell deshalb gereinigt werden.
Außerdem ist es wichtig, keine Speisereste in der Natur zu entsorgen. Fleisch- und Wurstwaren können mit dem ASP-Virus infiziert sein. Für Menschen ist der Verzehr zwar ungefährlich, fressen Wildschweine jedoch solche Reste, können sie sich anstecken. Speisereste gehören deshalb ausschließlich in verschlossene Müllbehälter.
Die vorhandenen ASP-Elektrozäune im nördlichen Kreisgebiet spielen eine wichtige Rolle beim Schutz vor der Tierseuche. Sie sollten daher stets geschlossen gehalten und nicht beschädigt werden.
Prävention durch verstärkte Bejagung
Um einer möglichen Ausbreitung vorzubeugen, wurde die Bejagung von Schwarzwild im Kreisgebiet bereits intensiviert. Eine geringere Wildschweindichte verlangsamt die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus erheblich und erleichtert im Ernstfall die Bekämpfung. Je früher ein möglicher Viruseintrag erkannt wird, desto kleiner fallen notwendige Sperrzonen aus. Dadurch lassen sich Einschränkungen für Bevölkerung, Landwirtschaft und Wirtschaft möglichst geringhalten.
Landkreis setzt auf Transparenz und Zusammenarbeit
Der Lahn-Dill-Kreis steht in engem Austausch mit den zuständigen Landesbehörden und beobachtet die Lageentwicklung kontinuierlich. Sollte sich die Situation ändern, wird die Bevölkerung umgehend informiert.
Auch organisatorisch ist der Landkreis auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet. Der Kadaversammelpunkt des Lahn-Dill-Kreises ist weiterhin eingerichtet und in Betrieb. Seit dem 17. September 2025 wird dafür das Gelände des Forsthauses in Haiger-Sechshelden genutzt. Der Standort im abgelegenen Waldgebiet bietet ausreichend Platz sowie geeignete infrastrukturelle Voraussetzungen für die Annahme und Zwischenlagerung von Wildschweinkadavern.
Was tun bei einem Kadaverfund?
Wer beim Spaziergang, bei der Pilzsuche oder bei anderen Aktivitäten im Wald ein totes Wildschwein oder tierische Überreste findet, sollte ruhig bleiben und einige wichtige Regeln beachten:
Der Kadaver darf keinesfalls mit bloßen Händen angefasst werden. Auch bei Unsicherheit darüber, um welche Tierart es sich handelt, sollte eine Berührung unbedingt vermieden werden. Kinder und Haustiere sind vom Fundort fernzuhalten. Der Tierkörper darf nicht eigenständig bewegt oder entsorgt werden. Die Bergung, Probenentnahme und alle weiteren Maßnahmen erfolgen ausschließlich durch autorisierte Fachkräfte. Diese Vorgehensweise ist entscheidend, um eine mögliche Kontamination des Fundortes und ein unbeabsichtigtes Weiterverbreiten der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.
Fund schnell und möglichst genau melden
Ein Kadaverfund in den Gemeinden Dietzhölztal, Eschenburg, Dillenburg und Haiger sollte umgehend dem Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises gemeldet werden. Dies ist unkompliziert per WhatsApp-Nachricht unter der Nummer 0151 15508285 oder über das Meldeformular auf www.lahn-dill-kreis.de/asp sowie per E-Mail an ASP@lahn-dill-kreis.de möglich.
Hilfreich sind eine möglichst genaue Beschreibung des Fundortes, Fotos sowie – wenn möglich – die Übermittlung von Geodaten. Viele Smartphones bieten die Möglichkeit, den Standort direkt zu teilen. Auch GPS-Koordinaten im Dezimalsystem erleichtern die gezielte Bergung erheblich. Befindet sich ein Tierkadaver auf einem Privatgrundstück, können sich die Eigentümerinnen und Eigentümer ebenfalls direkt an das Veterinäramt wenden.