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Herborn baut digitales Energiemanagement aus

Herborn baut digitales Energiemanagement aus

Verbrauchsmessung mit LoRaWAN schafft Datentransparenz in städtischen Gebäuden

Verbrauchsmessung mit LoRaWAN schafft Datentransparenz in städtischen Gebäuden

Die Stadtverwaltung Herborn treibt den Ausbau ihres Energiemanagements konsequent voran. Nachdem im vergangenen Jahr die organisatorischen Grundlagen durch die Einstellung eines Energiemanagers geschaffen wurden, folgt nun der nächste Schritt: Mit einem LoRaWAN-Netzwerk wird die technische Infrastruktur zur Verbrauchsmessung und Regulation von Lüftungs- und Heizungsanlagen in städtischen Gebäuden deutlich professionalisiert.

Wie funktioniert digitales Energiemanagement - Was ist LoRaWAN?

Die Abkürzung LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“. Es handelt sich um ein Funknetz, das speziell für die Übertragung kleiner Datenmengen über große Entfernungen entwickelt wurde. Die Technik arbeitet stromsparend, strahlungsarm, zuverlässig und sicher. Sie eignet sich ideal, um Sensoren in Gebäuden miteinander zu vernetzen – ohne aufwändige Verkabelung.

Ziel ist es, verlässliche und kontinuierliche Verbrauchsdaten zu gewinnen. Dafür werden in einem ersten Schritt die 13 städtischen Gebäude mit dem höchsten Energiebedarf mit Sensoren, Funkmodulen und weiteren Messeinrichtungen ausgestattet. Perspektivisch können – dank Förderung – bis zu 44 Gebäude in das System eingebunden werden. Die eingesetzten Sensoren erfassen unter anderem Temperatur, Energie- und Wasserverbräuche sowie weitere relevante Betriebsdaten. Über das LoRaWAN-Netz werden diese Daten drahtlos und energieeffizient an zentrale Server übertragen und können vom Energiemanager der Stadt im Rathaus oder unterwegs analysiert werden.

Für die Stadt bedeutet das: Verbrauchsdaten stehen künftig in 15- Minuten-Intervallen im Rathaus zur Verfügung. So lassen sich Einsparpotenziale systematisch erkennen und nutzen. Auch Testläufe, etwa bei veränderten Heizkurven, können fundiert ausgewertet werden. Mit dem Ausbau des digitalen Energiemanagements schafft die Stadt die Grundlage für eine nachhaltigen und effizienten Betrieb ihrer Liegenschaften – datenbasiert, transparent und zukunftsfähig. 

Damit setzt Herborn einen wichtigen Impuls für mehr Energieeffizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit im kommunalen Gebäudebestand. Das Projekt wird mit etwa 70 Prozent der Gesamtkosten durch die Nationale Klimaschutz Initiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. 

Nutzerverhalten beeinflusst Energieverbrauch in städtischen Gebäuden 

Bereits im vergangenen Jahr wurden 13 städtischen Gebäude mit sehr hohem Energiebedarf identifiziert, dazu gehören unter anderem das Rathaus, Kitas, Bürgerhäuser. Durch kleine Verbesserungen und Einstellung der Lüftungs- und Heizungssysteme konnte der Energieverbrauch schon reduziert werden. Mit dem LoRaWAN wird der Energiebedarf städtischer Gebäude langfristig weiter sinken. Erfolgsfaktor dafür ist aber nicht allein das Erfassen des Verbrauchs, sondern das Verhalten von Nutzern. Deshalb bietet der städtische Energiemanager auch Schulungen und Informationsveranstaltungen innerhalb der Stadtverwaltung wie auch für Vereine an. 

Oft sind es kleine Verhaltensänderungen, die helfen können bis zu 15 Prozent Strom und Heizenergie zu sparen. Dafür sensibilisieren auch Aushänge in den Bürgerhäusern und städtischen Gebäuden. Die Energiespartipps sind nicht neu, aber das Handeln danach nicht jedem geläufig: Licht nur bei Bedarf einschalten, Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten statt Fenster kippen, während des Heizbetriebs Türen und Fenster geschlossen halten, Thermostatventile nicht zu hoch einstellen (20°C = Stufe 3 bei Aufenthalt im Raum, in Fluren reicht meist Stufe 1,5), nach Ende einer Veranstaltung Heizungen auf Stufe 1,5 zurückdrehen. 

BU (Screenshot Mehrzweckhalle Seelbach) Der städtische Energiemanager kann die über das LoRaWAN gesammelten Verbrauchsdaten am Energiedashboard für jedes erfasste Gebäude ablesen und bei überhöhten Verbräuchen gegensteuern.

BU Daniel Windmann-Gerhard, der Energiemanager der Stadt Herborn, kümmert sich um den Aufbau des digitalen Energiemanagements, er behält den Überblick über die Verbrauchsdaten städtischer Liegenschaften.