Restaurant und Hotel Hohe Schule erstrahlt nach umfassender Sanierung
Stadt Herborn investiert 1,4 Millionen Euro in eines der wichtigen Kulturdenkmäler der Region
Mit der Fertigstellung der umfassenden Sanierungsarbeiten beginnt ein neues Kapitel für eines der bedeutendsten historischen Wahrzeichen der Stadt Herborn. Das Restaurant und Hotel Hohe Schule – seit über vier Jahrhunderten Herzstück der Herborner Altstadt – wurde behutsam in die Neuzeit geführt und verbindet nun historischen Charme mit modernsten Standards.
Die Stadt Herborn hat seit Ende 2024 die Kernsanierung des geschichtsträchtigen Gebäudekomplexes mit Neukonzeption des Restaurants durchgeführt, die den historischen Charakter bewahrt und gleichzeitig zeitgemäße Anforderungen an Bauvorschriften, Brandschutz und Barrierefreiheit erfüllt. Der Gebäudekomplex umfasst das Restaurant mit einer Gesamtfläche von 248 m² sowie das angrenzende Hotel mit acht Zimmern auf 321 m².
„Mit der Investition in die Sanierung haben wir ein Zeichen für die Zukunft Herborns gesetzt, die gleichzeitig die geschichtliche Bedeutung dieses Gebäudes gerecht wird“, betont Bürgermeister Lukas Winkler. „Die Hohe Schule ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern ein lebendiger Teil der Stadtgeschichte. Wir haben dafür gesorgt, dass dieses einzigartige Ensemble auch für kommende Generationen erhalten bleibt und als Ort moderner Gastlichkeit in der Herborner Innenstadt ein Magnet für Einheimische und Besucher wird.“
Nicht alle Sanierungsarbeiten sind für Besucher direkt sichtbar. Der überwiegende Teil ist nicht sofort erkennbar, dies gilt insbesondere für die Modernisierung der Technik, wie die neuen Installationen für Strom, Gas und Wasser, die moderne Lüftungsanlage und die Ertüchtigung des Brandschutzes.
Das Restaurant ist modern, offen und hell gestaltet: weiß verputzte Wände, Deckenspots, die das Lokal ins richtige Licht setzen und große Fliesen lassen den Speiseraum mit seinen 90 Sitzplätzen großzügiger wirken. Anpassungen beim Boden ermöglichen nun die barrierefreie Nutzung der Räume. Die sanitären Anlagen erstrahlen nach der Generalsanierung in Weiß-, Grau- und Holztönen. Die alte Heizanlage wurde ersetzt, die Fußbodenheizung erneuert und eine neue Be- und Entlüftungsanlage installiert. Nach dem Innenausbau folgte schließlich auch ein frischer Anstrich der Fachwerk-Fassade, der die Herborner Hohe Schule nun auch von außen erstrahlen lässt.
Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Teilbereichs auf etwa 1,4 Millionen Euro. Sukzessive soll auch das Obergeschoss der Hohen Schule, wo zurzeit das Museum beheimatet ist, entsprechend der Vorgaben des Brandschutzes mit neuer Technik ergänzt werden. Nach knapp zweijähriger Sanioerungspause wird ein neues Pächter-Team, Ronny Samuel Bouaissa und Shqiperim Kraki, das Lokal im Herzen der Innenstadt ab März 2026 wieder kulinarisch beleben. Schon am 28. Februar öffnet das Restaurant-Team das Lokal und Hotel in der Zeit von 12 bis 17 Uhr für Neugierige. Die Räume in Augenschein zu nehmen geht kostenlos, wer an dem Tag auch die Kulinarik testen möchte, kann nach Anmeldung zum Festpreis von 35 Euro vom vielfältigen Buffet kosten.
Ein Ort, wo Geschichte lebendig wird - Über die Hohe Schule
Die Hohe Schule Herborn wurde 1584 von Graf Johann VI von Nassau-Dillenburg gegründet, entwickelte sich die Academia Nassauensis zu einer wichtigen Bildungsstätte der calvinistisch Reformierten in Europa. Bis zur Schließung in 1817 studierten bis zu 5.700 junge Menschen an der reformierte Hochschule mit den Fakultäten Theologie, Medizin, Jura und Philosophie. Das historische Gebäude ist heute Hotel, Restaurant, Stadtmuseum und Veranstaltungsort. Die Gäste des Restaurants und Hotels wohnen und speisen inmitten eines der schönsten Gebäudeensembles der historischen Altstadt. Das Restaurant befindet sich in der ehemaligen Mensa, in der einst die Studenten der Hohen Schule verköstigt wurden. Die Hotelzimmer sind in den früheren Professorenwohnungen untergebracht. Die Stadt Herborn trägt seit 2016 den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.