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Interprofessionelle Woche im Lahn-Dill-Kreis

Interprofessionelle Woche im Lahn-Dill-Kreis

Kreis-Gesundheitsamt, Justus-Liebig-Universität Gießen und das Arztnetz für die Region Lahn-Dill kooperieren für die Landarztversorgung

Einblicke in die medizinische Zusammenarbeit: Interprofessionelle Woche im Lahn-Dill-Kreis geht ins zweite Semester

Der Lahn-Dill-Kreis informiert: „Das Schöne an dieser Woche war zu sehen, wie die verschiedenen Berufsgruppen, wie Physiotherapeutin und Ärztin zusammenarbeiten, um gemeinsam Patienten bestmöglich zu versorgen“, berichtet Medizinstudentin Aurora Raito. Sie ist eine von zehn Studierenden der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, die an der zweiten Interprofessionellen Woche im Lahn-Dill-Kreis teilnahmen. Während der Woche vom 2. bis 6. März 2026 besuchten die Studierenden verschiedene Einrichtungen im Kreisgebiet – darunter Hausarztpraxen, Pflegeeinrichtungen sowie therapeutische Praxen. Ziel ist es, den angehenden Ärztinnen und Ärzten einen möglichst realistischen Eindruck von der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum zu vermitteln.

Die Projektwoche ist ein Kooperationsprojekt des Lahn-Dill-Kreises, des Instituts für Hausärztliche Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Arztnetzes für die Region Lahn-Dill (ANR Lahn-Dill e.V.). Medizinstudierende der JLU haben die Möglichkeit, das Projekt als Kurs zu wählen, der für ihr Studium anerkannt wird. Die Interprofessionelle Woche endet mit einer mündlichen Abschlussprüfung. 

Aurora hat bereits vor ihrem Medizinstudium eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin absolviert. Während der Projektwoche führte ihr Programm von der Hausarztpraxis über die Erkundung der Gemeinde Driedorf bis hin zu Einblicken in die Pflegearbeit mit physiotherapeutischer und ärztlicher Versorgung vor Ort. Dabei erlebte sie unmittelbar, wie Pflegepersonal, Ärztinnen und Therapeutinnen zusammenarbeiten.

„Die Physiotherapie in der ambulanten Pflege ist etwas ganz anderes als in der Praxis“, erklärt Physiotherapeutin Anne Neudecker, die regelmäßig Patientinnen und Patienten in einem Pflegeheim betreut. „Hier geht es vor allem darum, Beweglichkeit zu erhalten und den Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen.“ Zweimal in der Woche arbeitet sie dort mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Abstimmung mit dem Pflegepersonal gehört dabei zum Alltag. Wenig später am Vormittag trifft auch die Hausärztin Christina Brenzinger zur Visite ein. Aurora kennt sie bereits aus der Hausarztpraxis und begleitet sie nun auch im Pflegeheim bei der Visite der Patientinnen und Patienten. Vor Ort tauscht sich die Ärztin eng mit dem Pflegepersonal über die geplante Behandlung aus. Kurze Wege und direkte Absprachen erleichtern allen Beteiligten die Arbeit – ein Beispiel für interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis.

Am nächsten Tag besucht die Medizinstudentin zudem eine Ergotherapiepraxis und lernt verschiedene Behandlungsfelder nach einem Schlaganfall kennen. Dort begleiten Ergotherapeutinnen Patientinnen und Patienten unter anderem beim Wiedererlernen von Feinmotorik oder beim Umgang mit kognitiven Folgeschäden.

Bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am Donnerstagabend hatten die Medizinstudentinnen und -studenten die Gelegenheit, sich mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren der Interprofessionellen Woche über ihre Erfahrungen auszutauschen. Am Freitag präsentierten sie den Dozierenden der Universität dann Fallberichte aus ihren Praxiseinblicken.

Zur Interprofessionellen Woche

Die demografische Entwicklung und der steigende Versorgungsbedarf im Gesundheitswesen stellen insbesondere ländliche Regionen vor große Herausforderungen. Die „Interprofessionelle Woche“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Lahn-Dill-Kreises, des Instituts für Hausärztliche Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Arztnetzes ANR Lahn-Dill e.V. Ziel des Projekts ist es, junge Medizinerinnen und Mediziner frühzeitig für eine spätere Tätigkeit als Hausärztinnen und Hausärzte in der Region zu gewinnen und ihnen gleichzeitig ein realistisches Bild der Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe zu vermitteln.

Nach der ersten Interprofessionellen Woche vom 1. bis 5. September 2025 wurde das Angebot im Lahn-Dill-Kreis nun erneut durchgeführt.