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Probebohrungen für die Energiewende in Herborn

Probebohrungen für die Energiewende in Herborn

Stadtwerke Herborn prüfen zukunftsorientierte Energieversorgung für Neubaugebiet Alsbach II

Wer vor Ostern in der Alsbach zwischen Herborn und Seelbach unterwegs war, wird es bemerkt und sich gewundert haben: Dort, wo das Neubaugebiet Alsbach II entsteht, war ungewöhnliches Gerät zugange. Eine Erdwärmebohrung im Auftrag der Stadtwerke Herborn soll Daten liefern für ein mögliches Versorgungskonzept für die sogenannte „kalte Nahwärmeversorgung“ des Neubaugebiets Alsbach II.

Für den sogenannten Thermal Response Tests (TRT) hat die beauftragte Firma Geo-Bohrtechnik aus Hatzfeld (Eder) eine 130 Meter tiefe Bohrung ins Erdreich vorgenommen. Mit Hilfe dieser Pilotbohrung wird ein qualifiziertes Geologenteam in der letzten Aprilwoche eine Erdwärmesonde einführen und über mehrere Tage Wärmepotential und Temperaturverhalten messen.

„Mit diesem Verfahren sollen das Erdwärmepotential und die Beschaffenheit des Untergrundes untersucht werden. Für eine zukunftsorientierte Energieversorgung im Neubaugebiet Alsbach II prüfen wir, ob das Wohngebiet mit kalter Nahwärme in Verbindung mit zum Beispiel einem Solarkollektorfeld versorgt werden kann.“ erklärt Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke Herborn GmbH.

Zum Hintergrund: Wie funktioniert „Kalte Nahwärme“?

Ein kaltes Nahwärmenetz macht sich die konstante Temperatur von ungefähr 10 Grad Celsius im Erdboden zunutze. Diese Erdwärme wird von oberflächennah verbaut Erdkollektoren oder klassische Erdbohrungen aufgenommen und gelangt in Rohren zu den angeschlossenen Neubauten. In den Häusern heben Wärmepumpen die Temperatur für die Heizung oder die hygienische Trinkwassererwärmung an. Interessant ist das System der kalten Nahwärme auch deshalb, weil es Räume im Hochsommer auch kühlen kann. Anstelle von warmem Wasser wird dann kaltes Wasser durch die Flächenheizungen geschickt.

Die Übertragungstemperaturen für kalte Nahwärme liegen mit 10 bis 25 Grad Celsius deutlich unterhalb herkömmlicher Fern- oder Nahwärmesysteme. Das macht es Verbrauchern möglich unabhängig voneinander gleichzeitig zu heizen und zu kühlen. Weil das Erzeugen von Warmwasser und Heizen von Gebäuden nicht direkt über einen Wärmetauscher funktioniert, sondern über Wasser-Wärmepumpen, die ihre Wärmeenergie aus dem Wärmenetz gewinnen, gelten Kalte Nahwärmenetze als vielversprechende Option für eine nachhaltige, treibhausgas- und emissionsfreie Wärmeversorgung. Kalte Nahwärme – Wikipedia, Zugriff 20.04.22; 10:30 Uhr

Bild:

Die Stadtwerke Herborn prüfen mit einer Probebohrung das Potenzial für eine zukunftsorientierte Energieversorgung im Neubaugebiet Alsbach II. 

v.l. Marco Kühn von der Geo-Bohrtechnik, Bürgermeisterin Katja Gronau, Marcus Reichenauer, Stellvertretender Leiter Netzbetrieb Gas/Wasser, und Daniel Paul, Leiter Planung und Bauaufsicht bei den Stadtwerken Herborn.

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