Im Frühjahr 1985 haben Wetzlarer Frauen den Verein Frauenhaus Wetzlar e.V. gegründet mit dem Ziel, Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, im Frauenhaus Hilfe und Zuflucht zu bieten. Heute im Jahr 2026 sind Frauenhäuser notwendiger denn je, denn Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist weiter gestiegen.
Die Zahlen des BKA zeigen: Der gefährlichste Ort für eine Frau ist das eigene Zuhause. Jede dritte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt.
Entsprechend haben auch die Aufgaben, die der Verein wahrnimmt, zugenommen:
Die Zahl der Hilfe suchenden Frauen wächst ständig.
Die Kinder der Frauen brauchen Spielräume, Betreuung und Unterstützung.
Des Weiteren ist zusätzlich eine Beratungs- und Interventionsstelle eingerichtet worden, in der Mitarbeiterinnen des Frauenhauses mit Polizei und Behörden zusammenarbeiten.
Gewalt gegen Frauen darf nicht stillschweigend toleriert werden. Sie muss Thema in der Öffentlichkeit sein, damit wir gemeinsam etwas zum Besseren verändern können.
Mitmach-Projekt „Viva Vittoria“
Unter dieser Prämisse hat Regina Gehring, Geschäftsführerin des Vereins Frauenhaus Wetzlar e. V.“, zusammen mit einem Team von engagierten Helferinnen und Helfern das Projekt „Viva Vittoria“ nach Wetzlar geholt. Im Rahmen dieses Mitmachprojektes sind alle Handarbeit-Fans – Frauen und Männer - aus Wetzlar, aus der Region, aus Nah und Fern aufgerufen, bunte Wollquadrate (50 x 50 cm) nach eigenem Gusto zu stricken oder zu häkeln. Am 8. November diesen Jahres soll jedes Stück Teil einer farbenprächtigen Installation auf dem Domplatz aus Hunderten von bunten Wolldecken werden, die den gesamten Platz bedecken, die Sinne erfreuen und für ein Zusammenleben ohne Gewalt sensibilisieren.
Benefizveranstaltung für das Frauenhaus und die Beratungsstelle
Die Aktion ist als Benefiz-Veranstaltung geplant, die Besucher und Besucherinnen können die bunten, handgearbeiteten Decken gegen eine Spende mit nach Hause nehmen. Wolldecken sind ein Sinnbild für Schutz und Geborgenheit – sie stehen für das, was Frauen und Kinder in einem ‚Frauenhaus‘ suchen.
„Gemeinsames Handarbeiten und solidarisches Sich-Engagieren für den Schutz gegen häusliche Gewalt, das ist der Rote Faden, der sich durch ‚VivaVittoria‘ zieht“, unterstreicht Regina Gehring. Deshalb werden auch die einzelnen Strick- und Häkelteile mit einem roten Faden zu größeren Decken verbunden.
Das Projekt wurde von Cristina Begni in Italien ins Leben gerufen; es wurde in vielen italienischen und einigen deutschen Städten, zum Beispiel in Kassel und Darmstadt, mit einem begeisterten Publikum erfolgreich durchgeführt. Die Aktion hat überall eine überregionale mediale Beachtung gefunden - in Rundfunk, Fernsehen und Presse. In Wetzlar unterstützen die Stadt und der Landkreis, die beide die Schirmherrschaft übernehmen, den Projektverlauf.
Der Verein Frauenhaus Wetzlar e.V. hofft, am 8. November auf möglichst viele Spenden. Denn in den Jahren 2026 und 2027 wird der Umzug des ‚Frauenhauses‘ in ein größeres Haus stattfinden. Mit den Spendengeldern werden der Umzug, das Mobiliar und Kinderspielgeräte finanziert, alles, was unbedingt gebraucht wird. Der Erlös fließt auch in die Arbeit der Beratungs- und Interventionsstelle, deren Arbeit derzeit durch Zuschüsse der öffentlichen Hand nicht ausreichend abgedeckt ist.
Machen Sie mit, stricken und häkeln Sie mit, machen Sie Werbung. Kommen Sie am 8. November auf den Domplatz, unterstützen Sie bitte die Arbeit des Wetzlarer Frauenhauses!
Text: Regina Gehring, Irmgard Mende
Hier können Sie ihre Strick- und Häkelwerke abgeben: In der Geschäftsstelle „Viva Vittoria“, Hofstatt 8, montags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr, in der Stadtbibliothek, Bahnhofstraße, in allen Stadtteilbüros, oder per Post an Frauenhaus Wetzlar e. V., Karl-Kellner-Ring 41, 35576 Wetzlar.
In der Geschäftsstelle in der Hofstatt können Sie sich einer Gruppe anschließen, die sich dort regelmäßig trifft. Hier erhalten Sie auch Unterstützung beim Stricken und Häkeln. Weitere Informationen unter Tel.: 06441 46364 sowie über Instagram unter vivavittoria-wetzlar