Anreise  |  Kontakt  |  Notdienste  |  Öffnungszeiten  |  Webcams  |  
Sprachauswahl inaktiv
40 Jahre Partnerschaft mit Pertuis: Viele Freundschaften und tausende Besuche

40 Jahre Partnerschaft mit Pertuis: Viele Freundschaften und tausende Besuche

Herborn, 26.06.2008: Seit 1968 sind Pertuis und Herborn Partnerstädte, und viele tausend Schüler und Erwachsene aus den beiden Städten haben sich in den vergangenen 40 Jahren gegenseitig besucht. Ungezählte echte Freundschaften sind im Laufe der Jahrzehnte entstanden, und die Partnerschaft wird längst auch abseits der Besuche offizieller Delegationen auf privater Ebene gelebt.


Das Jubiläum der 40-jährigen Städtepartnerschaft allerdings galt es auch offiziell zu begehen: Dazu fuhren vom 5. bis zum 9. Juni insgesamt 42 Herborner, darunter Bürgermeister Hans Benner, Stadtverordnetenvorsteher Jörg-Michael Müller und Stadtmarketing-Geschäftsführer Bernd Rademacher sowie die Vertreter aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen nach Pertuis, um an der großen Feierstunde im „Salle des Fetes“ teilzunehmen. Auch Vertreter der anderen Partnerstädte Utiel in Spanien, Este in Italien und Alton in Großbritannien überbrachten bei der Feier ihre Grüße und Glückwünsche zum Jubiläum.


Roger Pellenc, den im März gewählten neuen Bürgermeister von Pertuis, kennen vielleicht einige noch von seinem Besuch mit der französischen Delegation in Herborn im Jahr 2006. Beim Festakt ließ er die Geschichte der Verschwisterung zwischen den beiden Städten Revue passieren: Er erinnerte an die Anfänge, die auf die Partnerschaft zwischen dem Herborner Johanneum Gymnasium und dem Pertuiser Collège Marcel Pagnol aufbauten, die von Anfang an durch große Herzlichkeit und gegenseitiges Verstehen geprägt gewesen sei. Die Schulpartnerschaft entstand seinerzeit durch die Initiative der damaligen Leiterin des Pertuiser Gymnasium, Madame Meynard, die damit an die guten Erfahrungen der 1965 zu Partnerschulen zusammengefundenen Schulen in Wetzlar und Avignon anknüpfen wollte.


Sowohl Bürgermeister Benner als auch Stadtverordnetenvorsteher Müller äußerten sich stolz und froh darüber, dass sich die Partnerschaft über die vier Jahrzehnte hindurch so weiterentwickelt habe. Charles de Gaulles Verhalten habe damals dazu beigetragen, alte Vorurteile abzubauen: „Er hat Deutschland die Hand gereicht“, sagte der Bürgermeister. Damals habe sich wohl niemand vorstellen können, dass sich so viele tiefe Freundschaften entwickeln und viele tausende junger Leute gegenseitig besuchen würden. Großen Anteil an dem außerordentlich guten Verhältnis zwischen den beiden Geschwister-Städten hätten neben den städtischen Partnerschaftskomitees auch die Partnerschaftsvereine „Les Amis d'Herborn“ in Pertuis und der Herborner „Verein der Freunde PertuisŽ“ um den Vorsitzenden Dr. Richard Brütting. Als Höhepunkt der Feier luden die Herborner ihre Freunde aus Pertuis ebenso wie dessen andere Partnerstädte offiziell zum im Juni kommenden Jahres geplanten Europatag nach Herborn ein.


Auch wenn die beiden Städte mittlerweile gewöhnlich auf Gastgeschenke verzichten – zum 40-Jährigen machten sie eine Ausnahme: Die Gastgeber überreichten eine Tontafel mit ausgewählten Ansichten aus Pertuis, während aus Herborn ein Gemälde der Malerin Doris Jung-Rosu aus Ehringshausen den Weg nach Frankreich fand. Es zeigt markante Herborner Gebäude und Motive, die viele Pertuiser von ihren Besuchen in der Bärenstadt kennen dürften.


Ein weiterer Höhepunkt der Reise war mit Sicherheit der große Blumenkorso, der sich am Samstag und Sonntag vor Abertausenden Zuschauern durch die Stadt bewegte. Mit echten und künstlichen Blumen prachtvoll geschmückte Wagen, die von vielen Gruppierungen vom Kindergärten bis zum Schützenverein vorbereitet worden waren, zogen von Kapellen begleitet durch die Straßen und an der großen Tribüne vorbei.


Ansonsten verbrachten die Besucher viel Zeit mit ihren Freunden in den Gastfamilien, mit denen sie beispielsweise den Wochenmarkt in Pertuis besuchten. Außerdem standen unter anderem eine Fahrt nach Cassis mit einem von den Gastgebern vorbereiteten Picknick auf der Fahrt sowie ein Abschiedsessen im Weingut „Val Joanis“ auf dem Programm. „Unsere Freunde haben sich wieder große Mühe gemacht“, dankte Stadtmarketing-Chef Bernd Rademacher, der selbst seit der Schulzeit eng mit „seinem Franzosen“ befreundet geblieben ist, nach der Rückkehr der Gruppe für die Gastfreundschaft.


Text: Klaus Kordesch