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Sieben Jungstörche werden beringt

Sieben Jungstörche werden beringt

Herborn, 12.06.2008: Am kommenden Sonntag, den 15. Juni, stehen die sieben jungen Weißstörche im Vogelpark des Herborner Stadtteils Uckersdorf besonders im Blickpunkt. Werden sie doch vor den Augen der Vogelparkbesucher, zum Teil aus schwindelnder Höhe, aus ihren Nestern geholt, um vom Oberurseler Storchenexperten und Beauftragten der Vogelwarte Helgoland, Richard Mohr, ihre Ringe angelegt zu bekommen.


Die Beringung der Störche erfolgt um 11.00 und 12.30 Uhr. Naturfreunde können aus nächster Nähe beobachten, wie Richard Mohr den drei bis fünf Wochen alten Storchenjungen das Erkennungszeichen der Vogelwarte anlegt und die Vögel dadurch sozusagen ihren „Personalausweis“ erhalten.


Natürlich informieren die Storchenexperten Richard Mohr und Parkleiter Wolfgang Rades sowohl über das Storchenprojekt des Vogelparks als auch über die aktuelle Entwicklung des Bestandes der frei lebenden Weißstörche. Zudem wird um 12.00 Uhr eine neue, von der Marburger Biologiestudentin Christin Dederich angefertigte Informationstafel über das Storchenprojekt des Herborner Vogelparks seiner Bestimmung übergeben.


Weiterhin bietet Wolfgang Rades um 15.00 und 16.30 Uhr Sonderführungen zum Thema Storchen- und Feuchtgebietsschutz an. Da der Storchen- und der Amphibienschutz sehr eng zusammen hängen, wird der Biologe dabei auch das weltweite Projekt „Amphibienarche“ des Weltzooverbandes WAZA und zahlreicher anderer Naturschutz- und Zooverbände vorstellen.


Die„Amphibienarche“ wird im Vogelpark seit kurzem sprichwörtlich mit neuem Leben gefüllt. In einem der Terrarien des Vogelparks residiert nämlich jetzt ein „König ohne Reich“. Dabei handelt es sich um einen niedlichen kleinen Froschluch mit „lackgrünem Regenmäntelchen“, dem leider sehr selten gewordenen Laubfrosch. Früher war dieser in den Flußauen landesweit verbreitet. Heute ist er, ähnlich wie „Meister Adebar“, mit dem er den Lebensraum teilt, von der Ausrottung bedroht.


Auch der Weißstorch ist, trotz einer zuletzt positiven Bestandsentwicklung, bei uns noch nicht über den Berg. Vor diesem Hintergrund sieht das Team des Vogelparks in der Sensibilisierung seiner zahlreichen Besucher für den Naturschutz die größte Bedeutung des Herborner Storchenprojektes. Wenn „Adebar“ und „Gabriele“ mit ihrer Flügelspannweite von über zwei Metern am Himmel über Uckersdorf segeln, sind sie als Sympathieträger und Charaktervögel des Feuchtgrünlandes wertvolle Botschafter für den Erhalt ihres Lebensraumes.


Ein solcher Sympathieträger ist auch der Laubfrosch. Die Laubfrösche wurden vom Naturschutzprojekt Ebertseifen im Kreis Altenkirchen zur Verfügung gestellt.


Aufgrund der Gefährdung beider – sowie vieler anderer Arten - ist es dem Vogelparkteam ein besonderes Anliegen, anhand ihres Beispiels auch die Bedeutung der Agrarwende hin zu einer menschen- und naturverträglichen bäuerlichen Landwirtschaft zu erläutern. Rades: "Insbesondere setzen wir auf die Bereitschaft der Verbraucher, diese Extensivierungs-Bestrebungen durch einen bewussten Lebensmittel-Einkauf getreu dem Motto "Klasse statt Masse" zu unterstützen. Geiz ist nämlich keinesfalls immer geil, sondern leider nur allzu oft sehr kurzsichtig!“ Aus diesem Grund begrüßen die Naturschützer ausdrücklich den Umstand, dass Milchbauern jetzt doch endlich einen angemessenen Preis für die erzeugte Milch bekommen werden.


Am Storchentag wird es übrigens nicht nur solche Informationen geben, sondern natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Das Vogelparkteam freut sich sehr auf den Besuch des Autors des Kinderbuchs „Mit Adebar in Afrika“, Kai Hofmann. Dieser wird am Sonntag für kleine und auch große Vogelparkbesucher aus seinem Buch lesen.